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Politische Risiken belasten US-Währung (© Getty Images)
Devisenmärkte
19.03.2018

„Während die vergangene EZB-Sitzung den Euro schwächte, dürfte die wahrscheinliche US-Leitzinserhöhung den US-Dollar stärken“, sagt HSH-Analystin Sintje Boie.

EUR/USD: Nachdem sich die EZB in ihrer Zinssitzung am 8. März gegenüber einem Ausstieg aus ihrem QE-Programm eher vorsichtig verhielt, ist der Euro gegenüber dem US-Dollar etwas unter Druck geraten.

Im weiteren Wochenverlauf konnte der Euro jedoch wieder zulegen, denn der US-Dollar zeigte sich ebenfalls angekratzt. Die politischen Querelen im Weißen Haus, die zur Entlassung von Außenminister Rex Tillerson geführt haben, sowie die protektionistischen Maßnahmen der USA, welche zu größeren Handelsstreitigkeiten weltweit führen könnten, scheinen die Leitwährung US-Dollar zu belasten.

Die große Frage ist: Was passiert, wenn sich die derzeitigen Konflikte ausweiten? In der Vergangenheit wie beispielsweise in der Finanzkrise 208/2009 profitierte der US-Dollar in der Regel von großen internationalen Krisen, da Investoren die Währung dann als sicheren Hafen suchten. Auch die nächste Woche spricht erst einmal für eine moderate Aufwertung des US-Dollars, denn die Fed dürfte auf ihrer Zinssitzung am 21. März ihren Zinsanhebungskurs fortsetzen und die Zielspanne für die Fed Funds Rate um 25 bp auf 1,50 bis 1,75 Prozent erhöhen. Die EZB hält dagegen noch die Füße still - wenn sie allerdings im Sommer ein Enddatum für ihre Käufe kommuniziert, dürfte der Euro dadurch neuen Schwung erhalten.

USD/JPY: Das Währungspaar präsentiert sich auf Wochensicht nahezu unverändert bei rund 106. Damit scheint hier der US-Dollar weniger stark zu schwächeln, wohl auch vor dem Hintergrund, dass Asien von sich ausweitenden Handelsstreitigkeiten stark betroffen wäre. Das japanische BIP ist nach einer finalen Veröffentlichung im vierten Quartal 2017 um 0,4 Prozent gestiegen. Zuvor waren die Schätzungen pessimistischer gewesen. Die Bank of Japan hat auf ihrer Zinssitzung am 9. März ihre Geldpolitik unverändert gelassen. Die Leitzinsen bleiben bei -0,10 Prozent, die Zielrate für die zehnjährigen Staatsanleiherenditen liegt unverändert bei 0 Prozent.

EUR/CHF: Auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält unverändert an ihrer expansiven Geldpolitik fest. Das Zielband für den Dreimonats-Libor hat sie auf ihrer Zinssitzung am 15. März weiterhin im Negativbereich zwischen -1,25 und -0,25 Prozent festgesetzt. Daran dürfte sich in den kommenden Monaten kaum etwas ändern, denn die Inflationsrate verharrte im Februar mit 0,5 Prozent deutlich unterhalb des Preisziels der EZB bei 2 Prozent. EUR/CHF pendelt auf Wochensicht relativ unverändert um ein Niveau von 1,17.