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Devisenmarkt könnte nach Midterms mit weiteren Dollarverkäufen reagieren (© Getty Images)
Devisenmärkte
09.11.2018

Moderater US-Dollar-Sell-Off nach Midterms. Wahl mit gemischten Implikationen für USD. Stärkt dies auf Sicht den Renminbi? Die Devisenmärkte im Wochenrückblick.

Amerika hat gewählt, der Währungsmarkt reagiert. War im Vorfeld der Midterms zunächst eine leichte US-Dollar-Euphorie zu spüren (unter anderem stieg der Dollar-Index in der Woche vor der Wahl um 0,7 Prozent auf 96,6), ist mit dem Wahlausgang eine moderate Korrektur einhergegangen. Die Gesamtreaktion des Währungsmarktes und die niedrigen Volatilitäten nach der Wahl (unter anderem ging die EUR/USD-1-Monats-Volatilität um mehr als acht Prozent zurück) legen allerdings nahe, dass die Marktteilnehmer insgesamt auf einen „Split-Congress“ positioniert waren. Gegenüber den G10-Währungspaaren erlebte der US-Dollar seine schärfste Korrektur gegenüber dem Neuseeländischen Dollar (NZD), was allerdings auch im hawkischen Ausblick der parallel tagenden Zentralbank in Neuseeland begründet war.

EUR/USD: Wie wirkt die Wahlentscheidung im Kongress perspektivisch auf den Außenwert des US-Dollars? Zunächst ist davon auszugehen, dass expansive Fiskalmaßnahmen fortan politisch schwieriger durchsetzbar sind. In der Folge sollten das fiskalische Defizit und der Inflationsdruck – zumindest nach heutiger Einschätzung – tendenziell nicht weiter zunehmen. Damit sind Zinsanhebungen unter sonst konstanten Bedingungen über das neutrale Zinsniveau hinaus unwahrscheinlicher geworden. Gut möglich, dass der Devisenmarkt nach genau diesem Muster verfährt und mit US-Dollar-Verkäufen reagiert. Nach den Midterms könnten Euro-spezifische Faktoren in den nächsten Tagen wieder stärker eingepreist werden. Ob die italienische Regierung ihren europäischen Partnern bis zum 13. November ein revidiertes Budget vorlegt, ist höchst fragwürdig. Für EUR/USD ist diese Entscheidung ein erhebliches Downside-Risiko und birgt die Gefahr, die jüngste Euro-Rallye abrupt zu beenden. In der kurzen Frist kommt deshalb ein Testen der 1,16-Marke noch zu früh.

USD/CNH: Zum Zeitpunkt der Midterms erschließt ein Blick auf den Offshore-Renminbi womöglich neue Erkenntnisse, vor allem im Hinblick auf die Handelsdiskussion. Nach zuletzt konzilianten Tönen im Handelsstreit hatte sich USD/CNH weit von der 7,0-Marke entfernt (aktuell 6,9260) und handelt gegenwärtig wieder oberhalb des 50-Tage-SMAs (6,8986). Für ein vollständig bullishes Bild müsste der Wechselkurs den 20-Tage-SMA auf Basis seiner Schlusskurse (6,9377) hinter sich lassen.

Mittelfristig erwarten wir aus China weitere Fiskalstimuli (zum Beispiel eine großangelegte Steuersenkung nach US-Vorbild), die den Renminbi unterstützen sollten. Zudem gehen wir von weiteren Infrastrukturmaßnahmen aus. Die Anlageinvestitionen im September (5,4 Prozent YoY versus 5,3 Prozent im August) suggerierten bereits eine entsprechende Entwicklung. Dies spricht mittelfristig wieder für eine Aufwertung des RMB vom jetzigen Niveau.