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Steigende Inflationsraten überraschen (© Getty Images)
Rentenmärkte
02.11.2018

Schwache BIP-Zahlen aus der Eurozone wirken verbesserter Risikostimmung entgegen. Die Rentenmärkte im Wochenrückblick.

Die zehnjährigen Bund-Renditen festigten sich in der vergangenen Berichtswoche bei unveränderten 0,4 Prozent, ihre amerikanischen Pendants bei 3,16 Prozent (+6 Bp), während sich eine deutliche Entspannung bei BTP-Bund-Spreads bemerkbar machte. Der Spread beider Benchmark-Anleihen engte sich um 16 Bp auf nunmehr 3,04 Prozent ein. Hintergrund ist, dass S&P das Rating des italienischen Staats, trotz der höchst umstrittenen Haushaltspläne für die kommenden beiden Jahre, bei BBB belassen, gleichzeitig jedoch den Ausblick für die drittgrößte Ökonomie der Eurozone von „stabil“ auf „negativ“ gesenkt hat. Bei BTPs ist vorerst mit einer weiteren Erholung zu rechnen, da dem moderaten Angebot erhebliche Flow-Unterstützung gegenübersteht.

Darüber hinaus zeichnete sich global gesehen eine spürbar verbesserte Risikostimmung ab, was die Renditen zahlreicher Staatsanleihen antrieb. Nach einer turbulenten Phase an der Wall Street in den vergangenen Wochen zogen die Aktiennotierungen im Laufe dieser Handelswoche wieder an. Etwas getrübt wurde das Bild in der Eurozone durch schwache Datenpunkte für das abgelaufene Quartal. Bei den Q3-BIP-Zahlen (0,2 Prozent QoQ) für die Eurozone wurden die Konsenserwartungen enttäuscht. Insgesamt wurde den Hoffnungen auf eine Zunahme der Dynamik bei der Wirtschaftsaktivität ein spürbarer Dämpfer verpasst.

Jüngste Schwäche: alles nur temporär?

Dennoch ist nicht damit zu rechnen, dass dies die EZB von ihrem positiven Ausblick für die Eurozone im kommenden Jahr abbringen wird. Die EZB schrieb die jüngste Aktivitätsschwäche temporären Faktoren zu. Daher ist nicht damit zu rechnen, dass dies den Exit-Planungen der EZB aus der ultralockeren Geldpolitik Steine in den Weg legen sollte. Hierfür sprechen vor allem die jüngsten Inflationsdaten, die im Oktober auf der Oberseite überraschten. So u.a. die jüngsten Verbraucherpreisänderungen hierzulande. Laut statistischem Bundesamt stiegen die Verbraucherpreise um 2,5 Prozent YoY (CPI) an. Für die gesamte Eurozone wurde ein Preisanstieg um 2,2 Prozent YoY – entsprechend der Erwartungen – verzeichnet. Dagegen stieg die Kerninflationsrate mit 1,1 Prozent YoY überraschend stark an.

Sorgenkind China

Derweil machen uns die jüngsten Stimmungsindikatoren der chinesischen Volkswirtschaft Sorgen. Die offiziellen China-PMI-Daten für Oktober sind überraschend stark gefallen. Offensichtlich wirkt die Lockerung der Geldpolitik der PBoC noch nicht. In den USA scheint die Datenlage bisher noch wenig eingetrübt zu sein. Die veröffentlichten soliden US-BIP-Zahlen für das dritte Quartal sowie die voraussichtlich robusten Arbeitsmarktzahlen (02.11.) dürften bei der Fed-Sitzung in der kommenden Woche am 08.11. Notenbankchef Jerome Powell darin bestärken, weitere Zinserhöhungen zu signalisieren.

Die US-Zwischenwahlen am 06.11. werden möglicherweise einen geteilten Kongress zum Ergebnis haben. Dies könnte von einigen Marktteilnehmern, die auf eine zweite Steuerreform und Infrastrukturausgaben gehofft haben, enttäuschen. Die Renditen müssen aber keineswegs deswegen sinken, da die Unsicherheit über die zukünftige Zusammensetzung des Kongresses in jedem Fall vorbei sein wird.