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Britische Banken trotz Brexit mit Zugang zum Euroraum? (© Getty Images)
Devisenmärkte
02.11.2018

EUR/USD entkommt Gefahrenzone gen Süden. Paukenschlag für GBP: Erhalten Banken Zugang zum EU-Markt? JPY schwächer. Die Devisenmärkte im Wochenrückblick.

EUR/USD: Die europäische Einheitswährung steht weiter spürbar unter Druck. Der Euro befindet sich seit Ende September auf Talfahrt. Zu diesem Zeitpunkt notierte EUR/USD bei 1,1815. Danach erhielt das Währungspaar zunächst Unterstützung bei 1,143, scheiterte danach bei einem Widerstand von 1,16, wodurch die Tore für die Fahrt gen Süden geöffnet wurden. Gegenwärtig notiert das Leitwährungspaar bei 1,135. Das Euro-bearishe Sentiment wird durch Datenveröffentlichungen in dieser Woche unterstützt: Ein schwaches Q3-Wachstum in der Eurozone von knapp 0,2 Prozent QoQ. Darüber hinaus spiegelt sich im Währungspaar erneut die steigende Zinsdifferenz wider: Während die zehnjährigen Bunds mit der Marke von 0,4 Prozent zu kämpfen haben, stiegen die US-Renditen (aktuell: 3,16 Prozent) in den vergangenen Handelssitzungen spürbar an. Der Markt wird wieder optimistischer bezüglich der Chancen der Fed, den Leitzins mittelfristig auf Niveaus um 3 Prozent anzuheben.

Wie dürfte sich EUR/USD in den kommenden Handelssitzungen entwickeln? Zunächst ist festzuhalten, dass mit dem gestrigen (31.10.) Kurs von 1,1301 der tiefste Wert seit August erreicht wurde. Allerdings deutet sich heute gar an, dass in den kommenden Tagen eher mit einer Konsolidierung zu rechnen ist. Allerdings halten es unsere FX-Strategen für verfrüht, von einem sogenannten „doppelten Boden“ zu sprechen, wenngleich die scharfe Kehrtwende bei GBP/USD solche Hoffnungen nährt. Denn die Korrelation der beiden Währungspaare EUR/USD und EUR/GBP ist hoch und liegt signifikant über dem Wert der vergangenen sechs Monate. USD/CNH ist als Dritter im Bunde zu nennen. Kurz vor der magischen Marke von 7,00 kam es hier zu einer Gegenbewegung. Der PBoC wird durchaus zugetraut, diese Schwelle verteidigen zu können. Schlauer sind wir hier aber erst, wenn in dieser Woche unter 6,9370 CNH/USD geschlossen wird.

EUR/GBP: Was für ein Paukenschlag! Am Morgen des 1. November machte ein Bericht der britischen Zeitung „Times“ die Runde, nach dem sich Unterhändler von Seiten der britischen Regierung und der EU darauf geeinigt haben, britischen Finanzdienstleistern auch nach dem Brexit weiterhin Zugang zu EU-Märkten zu gewähren. Voraussetzung hierfür wäre, dass Großbritannien weiterhin die EU-Regulierungen für den Finanzmarkt akzeptiert. Stimmen diese Gerüchte, wäre das in der Tat ein großer Fortschritt. Denn bisher bemühte sich Großbritannien vor allem darum, Mitglied des Binnenmarktes für Güter bleiben zu können. Diese Nachrichten bugsierte EUR/GBP im heutigen Handel um 0,5 Prozent tiefer auf 0,8821, wobei eine weitere Aufwertung durch eine Bestätigung von offizieller Seite zu erwarten wäre. Somit wurde die Aufwärtsdynamik von EUR/GBP vorerst unterbrochen und weitere Nachrichten über Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen Brüssel und London bieten der Gemeinschaftswährung in den kommenden Tagen weiteres Abwärtspotential. Zudem bleibt bei ihrer heutigen Sitzung (01.11) spannend, wann sich die BoE für einen weiteren Zinsschritt entscheidet oder ob man den Leitzins aufgrund der Brexit-Unsicherheit und trotz zuletzt positiver Konjunkturdaten bei 0,75 Prozent behält. Von einem Zinsschritt ist für heute nicht auszugehen, allerdings spekulieren manche Marktteilnehmer auf erste Hinweise hinsichtlich einer Änderung der Forward Guidance.

USD/JPY: Die Aufwärtsdynamik des Dollars gegenüber dem Yen ist zurückgekehrt. Das Währungspaar notiert gegenwärtig 0,58 Prozent oberhalb des Vorwochenniveaus bei 112,91. Am Mittwoch (31.10.) konnte sogar ein neues Monatshoch bei 113,39 erreicht werden. Zudem profitierte der Greenback von den starken US-Inflationszahlen am Montag (29.10.). Die BoJ ließ ihre Geldpolitik bei der Sitzung am Mittwoch (31.10.) unverändert, musste allerdings sowohl Wachstums- als auch Inflationsprognose nach unten revidieren. Zudem behält sich die japanische Notenbank bei Abwärtsrisiken eine Intervention vor.