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Automobile prägen den iBoxx derzeit (© Getty Images)
Unternehmensanleihen
26.10.2018

Insbesondere CDS-Spreads laufen aus. Die Bank Lending Survey der EZB deutet auf weitere Kreditexpansion hin. Die Unternehmensanleihemärkte im Wochenrückblick.

Die Unternehmensspreads liefen in der letzten Woche weiter aus. Besonders deutlich war diese Entwicklung bei den CDS-Spreads zu beobachten. Trotzdem war die Ausweitung angesichts der gleichzeitigen Turbulenzen an den Aktienmärkten noch vergleichsweise moderat.

Das Branchensegment Automobil ragt derzeit im Anleiheindex iBoxx buchstäblich heraus: Mit einem Spread von fast 90 Basispunkten liegen die Anleihen dort weit über ihrem langfristigen Durchschnitt von 62 Basispunkten und über dem aktuellen Gesamtdurchschnitt des iBoxx Non-Financials von 59 Basispunkten. Technologie, Ernährung und Gesundheit sind die Segmente, in denen die Anleihespreads derzeit am niedrigsten liegen.

Fundamental hat also in den Kreditmärkten insgesamt keine wirklich signifikante Bewegung stattgefunden. Die in dieser Woche erschienene Bank Lending Survey der Europäischen Zentralbank untermauert dies: Die Kreditstandards (also die durch Banken vereinbarten Bedingungen, zu denen Kredite vergeben werden) für Unternehmensdarlehen vergünstigten sich im dritten Quartal erneut gegenüber dem zweiten Quartal. Und das mit einem Indexwert von -6 Prozent sogar über den Erwartungen aus dem letzten Quartal. Damit liegt der Index weiterhin deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt.

Große Unternehmen: Weiterhin hoher Wettbewerbsdruck

Bei großen Unternehmen entspannten sich die Kreditvergabebedingungen mit -7 Prozent sogar noch etwas stärker als bei kleinen Unternehmen (-4 Prozent). Als Begründung gaben die befragten Kreditinstitute an, dass der Wettbewerb untereinander weiterhin hoch sei. Aber auch, dass die robuste wirtschaftliche Entwicklung und die damit einhergehende Kreditwürdigkeit der Unternehmen eine Lockerung der Vergabebedingungen erlaube.

Kann man das als positives Signal in turbulenten Zeiten werten? Unsere Einstellung dazu: Für das nächste Jahr gehen wir zwar insgesamt für eine weitere (deutliche) Ausweitung der Spreads aus. Die hohen Kursverluste an den Aktienmärkten scheinen derzeit jedoch angesichts der Entwicklung der Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen etwas überzogen.