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Das USMCA-Abkommen kurbelt die Pkw- und Lkw-Produktion der Mitgliedsstaaten an (© Getty Images)
Unternehmensanleihen

NAFTA-Nachfolger: Vorteile für Automobilindustrie

12.10.2018

iBoxx läuft ein, europäische CDS-Spreads aus. USMCA-Abkommen bewegt die Märkte nicht nachhaltig. Die Unternehmensanleihemärkte im Wochenrückblick.

Uneinheitliche Entwicklung der Spreads: Der iBoxx lief in der letzten Woche insgesamt etwas ein, der CDX in den USA trat auf der Stelle und der europäische iTraxx lief aus und liegt mittlerweile wieder acht Basispunkte über seinem US-Pendant. Ein möglicher Verantwortlicher dieser Entwicklung ist neben den Zinsturbulenzen das USMCA-Abkommen, dessen Grundzüge in der letzten Woche bekanntgegeben wurden. Vereinfacht bedeutet das neue Abkommen im Vergleich mit seinem Vorgänger NAFTA für die Mitgliedsstaaten mehr Vorteile bei der heimischen Pkw- und Lkw-Produktion, Anreize zur Umwelt- und Arbeitsregulierung und mehr Schutz des intellektuellen Eigentums. Zudem erhalten die USA mehr Zugang zum kanadischen Milchmarkt. Neue Potenziale in Nischenmärkten Für die Märkte bedeutsam ist dabei eher, was das neue Abkommen nicht ist: ein Anlass für weitere Handelsrestriktionen und damit Schaden für die drei betroffenen Volkswirtschaften. Die Auswirkungen des neuen Abkommens sind überschaubar: Einige Automobile, insbesondere SUVs, werden in den USA wahrscheinlich etwas teurer – die Nachfrage wird es wohl verschmerzen können. Wesentliche Verwerfungen der Handelsbeziehungen sind insgesamt nicht zu erwarten. In Bezug auf US-Milchexporte nach Kanada öffnet das Abkommen sogar in Nischenmärkten neue Potenziale. Der Handel zwischen den USA und Mexiko betrifft hauptsächlich Automobile und deren Zulieferindustrie sowie Computer und Elektronik. Auch im Handel mit Kanada stehen Automobile an erster Stelle. Zudem sind die USA ein bedeutender Abnehmer kanadischen Erdöls und Erdgases.

Steht das Ende des Handelskrieges bevor?

Direkt im Anschluss an die Bekanntgabe engten sich die europäischen Automobil-Spreads spürbar um fünf Basispunkte ausgehend von 72 Basispunkten ein. Aktuell sind sie allerdings wieder zurück auf einem Niveau von 71 Basispunkten. Außerdem folgten sie damit nur dem Index, der sich nach der Bekanntgabe des Abkommens kurzzeitig um fünf Basispunkte einengte, um in Folge auf sein ursprüngliches Niveau zurückzuschnellen. Das zeigt auch, dass mit dem USMCA-Abkommen die Sorgen um einen möglichen Handelskrieg nur an einer vergleichsweise kleinen Front vorbei sind. Die Beziehungen zwischen China und den USA können dabei ein weit schädlicheres Momentum entwickeln.