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Getrübte Stimmung: Gewinn- und Umsatzeinbruch beim Fresenius-Konzern (© Getty Images)
Aktienmärkte
19.10.2018

Die Aktienmärkte bleiben stabil nach Kurskorrektur. Weiterer DAX-Titel mit Gewinnwarnung. Q3-Berichtssaison, Euro Stoxx-Margen im Fokus. Die Aktienmärkte im Wochenrückblick.

An den globalen Aktienmärkten ist vorerst Ruhe eingekehrt, nachdem die Verluste an den US-amerikanischen Börsen in der vergangenen Woche – in der Spitze verlor der S&P 500 über sechs Prozent – sich auf zahlreiche weitere Börsenplätze auswirkten. Der DAX fiel von einem Niveau bei 12.200 zwischenzeitlich auf unter 11.600 Indexpunkte (über sieben Prozent). Gleiches Bild im Euro Stoxx 50, der im selben Zeitraum rund 6,5 Prozent nachgab. Die Kursverluste wurden unmittelbar durch den Renditesprung der US-Treasuries und dem sich anschließenden Abverkauf von US-Titeln ausgelöst. Seit ihrem Sprung auf 3,25 Prozent hat sich das Renditeniveau der US-Staatsanleihen rund zehn Basispunkte eingetrübt und so maßgeblich zur Stabilisierung an den US- und internationalen Börsen beigetragen. Auch die Volatilitätsindikatoren VIX und VDAX-New sind spürbar zurückgegangen und signalisieren vorerst eine leichte Erholung.

Gute Zahlen für SAP

Aus fundamentaler Perspektive verlief der Start der Q3-Berichtssaison am deutschen Aktienmarkt wenig verheißungsvoll. Die erste Veröffentlichung beinhaltete zugleich eine Gewinnwarnung und drückte so auf die Stimmung der Börsianer. Der Fresenius-Konzern vermeldete sowohl einen Gewinn- als auch Umsatzeinbruch (-4,0 Prozent beziehungsweise -9,7 Prozent). Die Aktien der Konzernmutter und des Spin-Offs Fresenius Medical Care verloren anschließend im zweistelligen Bereich. Die Quartalszahlen von SAP (Umsatz: +0,5 Prozent; Gewinn: +4,4 Prozent) überzeugten dagegen die Investoren. Auch im S&P 500 hat die Q3-Berichtssaison Fahrt aufgenommen. Das Umsatz- und Gewinnwachstum der US-Unternehmen geht ungebrochen weiter. Rund zwei Drittel der bislang 56 veröffentlichten Unternehmen vermeldeten Umsatzgewinne (Aggregate Surprise 0,48 Prozent), 90 Prozent der Unternehmen zeigten steigende Gewinne (Aggregate Surprise 4,3 Prozent). Von bilanzieller Seite sehen wir jedenfalls gute Gründe, dass der US-Leitindex sein Ambitionsniveau von 2.900 Punkten bis Jahresende zurückerkämpfen kann.

Europäische Aktientitel haben bislang kein gutes Börsenjahr hinter sich gebracht. Auf Jahressicht notiert der Euro Stoxx 50 mit Abschlägen (rund -8 Prozent). Während die Gründe für diese relative Underperformance des Index vielschichtig sind, eröffnet der Blick auf die Sektorebene womöglich attraktive Einstiegschancen. So liegt die operative Margenentwicklung in den Sektoren „Consumer Services“ sowie „Health Care“ weiterhin unter ihren langfristigen Durchschnitten (aktuell 10,3 Prozent versus 12,0 Prozent beziehungsweise 12 Prozent versus 12,6 Prozent). Optimistisch eingestellte Anleger könnten hier auf eine Rekonvergenz der Margen in Richtung ihrer langfristigen Durchschnitte setzen. Die konstante Margenentwicklung des Sektors „Consumer Staples“ ist vor allem für stabilitätsorientierte Anleger ein Kaufargument.