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USA, Kanada und Mexiko haben sich geeinigt: Das Handelsabkommen steht (© Getty Images)
Devisenmärkte
05.10.2018

„Powell-Tantrum“ durchschüttert Devisenmärkte. EUR/USD im freien Fall. GBP stabil trotz Tory-Parteitag. USD/JPY nähert sich 1Y-High. Die Devisenmärkte im Wochenrückblick.

EUR/USD: Das Leitwährungspaar gab in dieser Woche spürbar um zwei Prozent auf 1,148 nach. Dies markiert den niedrigsten Stand seit sechs Wochen. Euroseitig machten die Haushaltspläne der italienischen Regierung der Gemeinschaftswährung zu schaffen. Der Haushalt für 2019 sieht ein Defizit von 2,4 Prozent vor und damit mehr als nach den Maastricht-Verträgen erlaubt ist. Gleichzeitig hat die Warnung der Europäischen Kommission von einer neuen Eurokrise die Märkte verunsichert. Das Euro-bearishe Sentiment macht sich auch in den Datenveröffentlichungen in dieser Woche bemerkbar: Die wirtschaftlichen Vertrauensindikatoren der Europäischen Kommission für die Eurozone fielen über alle Sektoren – für den Dienstleistungssektor, für die Industrie sowie den Composite – schlechter aus als vorher erwartet. Auch der Einkaufsmanagerindex blieb mit 54.1 Punkten hinter den Erwartungen zurück. Auf der anderen Seite des Atlantiks bestimmt die Nachricht über die Einigung der USA, Mexikos und Kanadas über eine Verlängerung beziehungsweise Neuauflage des trilateralen Handelsabkommens das Bild. Die Übereinkunft beseitigt die Bedenken, dass es innerhalb grenzüberschreitender Produktionsketten zu Behinderungen kommen könnte. Darüber hinaus bestärkte Fed-Chef Powell am Mittwoch den Kurs der Fed, den Leitzins auch über die neurale Rate hinaus zu erhöhen. Auch datenseitig bot sich in dieser Woche ein positives Bild. So konnten persönliche Einkommen und Ausgaben die Erwartungen erfüllen und der ISM Non-Manufacturing Einkaufsmanagerindex mit 61,6 Punkten sogar ein Rekordhoch verzeichnen. Die Veröffentlichung der Arbeitsmarktzahlen am 5. Oktober dürfte weiter Aufschluss darüber geben, ob die USA ihre starken Wachstumszahlen aus dem zweiten Quartal auch im dritten Quartal bestätigen können oder ob das Wachstum langsam wieder gen Potenzialrate konvergiert.

EUR/GBP: Das Währungspaar hing in dieser Woche an den Lippen der jeweiligen Redner auf dem Parteitag der konservativen Partei. Da sich jedoch weder ein Befreiungsschlag der Premierministerin Theresa May, noch eine offene Rebellion der euroskeptischen Brexiteers um Ex-Außenminister Boris Johnson herauskristallisiert hat, hat auch das Währungspaar keine großen Ausschläge in die eine oder andere Richtung verzeichnen müssen. Gegenwärtig notiert EUR/GBP bei 0,8867 und damit 0,5 Prozent niedriger als in der Vorwoche. Dem abnehmenden Trend haben auch die insgesamt positiven Signale aus der UK-Konjunktur geholfen, so fiel das Wachstum der Immobilienpreise mit 2.00 Prozent YoY gemäß den Erwartungen aus. Und der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe konnte im Vergleich zum Vormonat leicht zulegen, sodass der Composite PMI die Erwartungen übertreffen konnte und mit 54,1 Punkten etwa auf dem Niveau des Vormonats liegt.

USD/JPY: Enttäuschende japanische Wirtschaftsdaten (Tankan-Report, PMI) und steigende Zinsen in den USA sorgten für eine Fortsetzung der Abwärtsdynamik des Yen. Im Wochenvergleich stieg das Währungspaar um 1,5 Prozent und notiert gegenwärtig auf dem Jahreshoch bei 114,36. Die Abwertung des Yen gegenüber dem Greenback sollte sich auch in der kommenden Woche fortsetzen, sodass das September-Hoch aus 2017 (114,74) erreicht werden könnte. Im Sog des US-Treasury-Selloffs wurden auch japanische Staatsanleihen verstärkt veräußert. Die Rendite für zehnjährige japanische Staatsanleihen näherte sich in der Folge der BoJ-Obergrenze von 20 Basispunkten an (aktuell 0,15 Prozent). Ein US-Dollar-freudiges Umfeld sollte in den nächsten Tagen weiter dominieren.