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USA: Privatwirtschaft schafft 230.000 neue Stellen (© Getty Images)
Rentenmärkte
05.10.2018

Italien weiter auf Achterbahnfahrt. Signifikanter Renditeanstieg in USA. Hawkishe Töne des Fed-Chairman. Starke US-Daten. Die Rentenmärkte im Wochenrückblick.

Die Staatsanleihen der europäischen Kernländer haben in der vergangenen Berichtswoche phasenweise spürbare Unterstützung von den Turbulenzen rund um die Haushaltsplanung der italienischen Regierung bekommen. Hintergrund ist, dass das Lega-5-Sterne-Bündnis sich vergangenen Donnerstag darauf verständigt hat, für die kommenden beiden Jahre mit einem Staatsdefizit von 2,4 Prozent der Wirtschaftsleistung zu planen. Diese Vorschläge stießen bei den Eurozonen-Partnern auf wenig Gegenliebe. Die Risikostimmung nahm allerdings mit guten Daten und hawkishen Tönen des Fed-Chairman gegen Ende der Berichtswoche spürbar zu, was den Bundrenditen zugutekam. Auch aus Italien sickerten Nachrichten durch, wonach die Defizite in den 2020er Jahren niedriger ausfallen sollen als in den kommenden beiden Jahren.

Italien muss Märkte überzeugen

Dadurch wurde die Renditekurve der Bundesanleihen in spürbare Schwingungen versetzt. Während diese zwischenzeitlich Renditerückgänge um bis zu fünf Basispunkte verzeichnete, legte sie zum Handelsbeginn am Donnerstagmorgen wieder zu. Die italienische Kurve verschob sich nach unten. BTP-Bund-Spreads engten sich um 20 Basispunkte ein. Für die italienische Regierung gilt, mit den jetzt bekanntgewordenen Plänen für die Haushaltsdefizite in 2020 und darüber hinaus die Märkte zu überzeugen. Gelingt dies nicht, dürfte die Stimmung weiter eingetrübt bleiben, zumal die Marktteilnehmer eine weitere Abstufung Italiens durch die Ratingagenturen fürchten. Italienische Bonds bleiben daher weiter anfällig für Neubewertungen.

Auf der anderen Seite des Atlantiks stiegen die Renditen der 10-jährigen Anleihen gegen Ende der Berichtswoche sprunghaft um 14 Basispunkte auf 3,20 Prozent – das entspricht +15bp WoW. Der Renditeanstieg ging einher mit einer Versteilerung der US-Zinsstruktur. Der 10J-2J-Treasury-Spread konnte auf Wochensicht zehn Basispunkte hinzugewinnen. Maßgeblich für diesen Anstieg war ein starker ADP-Arbeitsmarktbericht, der einen Stellenzuwachs im privaten Gewerbe von 230 Tausend Stellen im September meldete sowie ein Zyklushoch des ISM-Index für das Dienstleistungsgewerbe – der entgegen der Schätzungen nicht rückläufig ausfiel. Dazu kamen hawkishe Statements zur wirtschaftlichen Situation und den Perspektiven der USA durch den Fed-Chairman Jerome Powell, der sich einen Anstieg der Leitzinsen auf ein Niveau vorstellen kann, das das Wachstum hemmen könnte. Für den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht des Arbeitsministeriums erwarten wir einen Stellenzuwachs im Bereich von 250 Tausend Stellen.

Die Datenlage außerhalb der USA spricht indes für ein weiternachlassendes Wachstumsmomentum. So enttäuschten die jüngsten Markit-Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone, insbesondere für Deutschland. Auch die chinesischen PMI-Daten waren wenig erfreulich. Die offiziellen China NBS-PMIs fielen um 0,5 Punkte auf 50,8 Zähler (Caixin: -0,6 auf 50 Punkte). Bis zur Lösung der Handelsstreitigkeiten erwarten wir keine Änderung des Stimmungsbildes in China. Hierfür bietet sich nach den US-Midterms vielleicht eine erste Gelegenheit.