SUCHE

Italiens Haushaltsdebatte trübt Rating-Ausblick ein (© Alamy)
Unternehmensanleihen
05.10.2018

Kaum Veränderungen im iBoxx Corporates. Es zeigt sich ein uneinheitliches Branchenbild. Die Unternehmensanleihemärkte im Wochenrückblick.

Der Der iBoxx Corporates bleibt auch die siebte Woche in Folge in der Spanne von 65 bis 70 Basispunkten. Momentan notiert unsere Benchmark für Investment-Grade geratete Corporate Bonds am unteren Ende dieser Range. Das Auslaufen der besten Ratingklassen AAA und AA ist vorerst zum Halten gekommen. Die ASW-Spreads im AA-Segment erholten sich von rund 23 Basispunkten Mitte September auf aktuell zwölf Basispunkte. Insoweit konnten wir eine Rekonvergenz dieser Ratingklassen zueinander beobachten. Hier könnte das veränderte Risiko-Sentiment der Anleiheinvestoren den Ausschlag gegeben haben, welche angesichts der Unklarheit über die italienische Budget-Diskussion offenbar gut bis sehr gut gerateten Corporates den Vorzug gaben.

Italiens Budget-Diskussion strahlt aus

Auffällig ist zudem, dass das Financial-Risiko am Markt für Unternehmensanleihen relativ zum Corporate-Risiko zugenommen hat. Der Financial/Non-Financial-Spread im iBoxx stabilisierte sich oberhalb von 20 Basispunkten (+3 bp seit Mitte September). Auch der CDS-Markt spiegelt diese Entwicklung wider. Sowohl der iTraxx Senior Financials als auch der iTraxx Sub. Financials zogen auf Wochensicht kräftig an (+8 bp bzw. +9 bp respektive). Dies ist nach unserem Dafürhalten ebenfalls Ergebnis der unübersichtlichen Budget-Diskussion in Italien, die sich auf die Bewertung der Staatsanleihe-Portfolien europäischer Banken auswirken könnte. Am Ende dieses Monats entscheiden wichtige Ratingagenturen zudem erneut über das Sovereign-Rating Italiens. Eine Eintrübung des Rating-Ausblicks oder eine Senkung der Bonitätsnote dürfte höhere Financial ASW-Spreads und einen höheren Financial-/Non-Financial-Spread implizieren.

Die Industriebranchen haben eine uneinheitliche Spreadentwicklung in der letzten Woche erfahren. Die Spreads der Branchen „Automobil“ (+2,9 bp) „Versorger“ (+2,4 bp) und „Industrie“ (+2,3 bp) zogen am kräftigsten an. Interessanterweise hat sich die ASW-Entwicklung der Branchen „Versorger“ und „Telekommunikation“ von der der anderen nicht-zyklischen Branchen wie „Gesundheit“ oder „Nahrungsmittel“ entkoppelt. Wir sehen darin einen Hinweis auf die strukturellen Probleme in diesen Sektoren, unter anderem der hohe Wettbewerbsdruck unter Telekommunikations-Anbietern oder der Übergang von konventioneller zu regenerativer Energieerzeugung. Mittelfristig sehen wir viele Gründe, dass diese Entkopplung dauerhaft bestehen bleibt.