SUCHE

Die US-Notenbank hat das faktische Ende der expansiven Geldpolitik eingeläutet (© Getty Images)
Devisenmärkte
28.09.2018

Die Fed beendet die expansive Geldpolitik. Brexit-Showdown auf dem Parteitag der Tories. Der Handelskonflikt hinterlässt erstmal keine Spuren beim Yen. Die Devisenmärkte im Wochenrückblick.

EUR/USD: Das Leitwährungspaar notiert mit aktuell 1,1715 leicht schwächer als in der Vorwoche (-0,23 Prozent). Insgesamt muss man doch konstatieren, dass der Euro in der US-Dollar-dominierten Woche (unter anderem Fed-Meeting, US-Verbrauchervertrauen auf Allzeithoch) relativ stabil bleibt. Zwischenzeitlich erreichte EUR/USD die Marke von 1,18, da sich EZB-Chef Mario Draghi vor dem Europäischen Parlament in den Augen vieler Marktteilnehmer optimistischer in Bezug auf die weitere Entwicklung der Kernteuerung in der Eurozone zeigte. Das höhere Niveau konnte allerdings nicht gehalten werden. Die gestrige Fed-Entscheidung war historisch: Sie markiert das faktische Ende der expansiven Geldpolitik in den USA, denn die Fed-Overnight-Lending-Rate wird von der Notenbank nicht länger als „locker“ angesehen. Das Aufwärtspotenzial für den US-Dollar hieraus bleibt weiterhin begrenzt. Nur eine Verlängerung des bisherigen Zinserhöhungspfads der Fed würde den Devisenmarkt zu US-Dollar-bullishen Reaktionen veranlassen. Wir sehen weiter gute Gründe für eine sukzessive Aufwertung der Gemeinschaftswährung.

EUR/GBP: Nachdem das Währungspaar in Folge des für Theresa May desaströsen EU-Gipfels über das letzte Wochenende sprunghaft anstieg, hat sich der Kurs im Verlauf dieser Woche stabilisiert und notiert gegenwärtig bei 0,8910, 0,5 Prozent höher als vor einer Woche. In der nächsten Woche wird der Parteitag der konservativen Partei im Fokus der Anleger stehen. Es ist zu erwarten, dass die Premierministerin sich hier das erste Mal seit Veröffentlichung des Chequers-Plans ihren innerparteilichen Kritikern öffentlich stellen muss. Ihre momentane Position könnte dabei kaum schlechter sein. Die EU-Regierungschefs haben in Salzburg klargemacht, dass die Pläne der britischen Regierung so nicht verhandelbar seien. Die oppositionelle Labourpartei hat auf ihrem Parteitag ebenfalls eine klare oppositionelle Linie bezogen und präferiert weiterhin Neuwahlen oder sogar ein neues Referendum gegenüber einem Deal unter der Federführung der konservativen Regierung. In Bezug auf das Währungspaar sind von dem Parteitag der Tories keine Signale zu erwarten, die dem Sterling Auftrieb geben könnten. Vielmehr muss davon ausgegangen werden, dass die Position von Theresa May weiter von ihren innerparteilichen Gegnern um Ex-Außenminister Johnson geschwächt wird. In Folge dessen würde die Unsicherheit um eine Einigung mit der EU und vor allem um die Fähigkeit der Premierministerin, für eine Einigung auch die nötige Zustimmung im Unterhaus zu organisieren, ansteigen. Sollten sich die Ereignisse so entwickeln, ist in der kommenden Woche, trotz zahlreicher Veröffentlichungen von Konjunkturindikatoren, weiter mit steigenden EUR/GBP Kursen zu rechnen.

USD/JPY: Die weitere Eskalationsstufe im Handelskonflikt zwischen den USA und China zeigt erneut kaum Auswirkungen auf das Währungspaar, sodass sich die Yen-Schwäche weiter fortsetzt (+0,34 Prozent WoW) und USD/JPY am Mittwoch zwischenzeitlich auf dem Zweimonatshoch bei 113,14 notiert. Der weitere Zinsschritt der Fed am 26. September setzte den Dollar zuletzt leicht unter Druck, weshalb USD/JPY gegenwärtig auf 112,6 zurückgefallen ist. Die Veröffentlichung von Daten aus Japan, wie zum Beispiel der Tankan-Bericht am 1. Oktober werden weitere Richtungsimpulse setzen.