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Die türkische Inflation betrug im August schwindelerregende 17,9 Prozent (© Shutterstock)
Devisenmärkte
07.09.2018

Emerging Markets lasten auf dem Euro. TRY-Krise noch nicht ausgestanden. “King Dollar” und Schweizer Franken bleiben gefragt. Die Devisenmärkte im Wochenrückblick.

EUR/USD: Das Leitwährungspaar handelte im Wochenrückblick weiter in der engen Range von 1,1550-1,1650. Zwei Faktoren dominieren den Wechselkurs: die Schwäche der Emerging Markets und der US-Konjunkturzyklus. Mit Argentinien (hohe US-Dollar-Verschuldung), Türkei und Südafrika (Politik-Missmanagement) sowie Indien und Indonesien (Leistungsbilanzdefizite) stehen viele Schwellenländer unter besonderer Beobachtung der Kapitalmärkte. Ihre korrespondierenden Währungen haben im Jahresverlauf – und speziell seit Juli 2018 – stark gegenüber dem US-Dollar abgewertet und belasten gleichzeitig auch die Außenwertentwicklung des Euros. Die Korrelationen von EUR/USD mit den Wechselkursen dieser „Fragile Five“ zum US-Dollar liegt gegenwärtig im negativen Terrain. Die Anfälligkeit von EUR/USD gegenüber der Emerging-Markets-Schwäche lässt sich auch fundamental begründen (unter anderem Cross-Border-Lending, spekulativ verzögerte EZB-Zinsschritte). Auch die Anzahl der spekulativen Euro-Netto-Long-Positionen an der Terminbörse CME ist erstmalig seit Anfang 2017 wieder in den negativen Bereich gefallen. Die Euro-Shorts haben derzeit am Terminmarkt die Oberhand. Auf der anderen Seite lässt die boomende US-Ökonomie (unter anderem ISM-Manufacturing auf 14-Jahres-Hoch) perspektivisch noch mit zwei Zinsanhebungen in 2018 aufwarten. Beide Entwicklungen geben dem Greenback gegenwärtig Zulauf. Daher gehen wir im September weiterhin von einem US-Dollar-bullishen Umfeld aus: Die Non-Farm-Payrolls sowie durchschnittliche Lohnentwicklung (beide 07.09.) werden voraussichtlich über ihren Erwartungen eintreffen und die Fed-Zinsanhebung am 26.09. flankieren.

USD/TRY: Der prominenteste Krisenherd unter den Schwellenländern kann die Abwertung seiner Währung nicht stoppen. Der US-Dollar steigt auf Wochensicht um 4,6 Prozent auf 6,57 Türkische Lira, nachdem die türkische Inflation im August schwindelerregende 17,9 Prozent betrug. Die türkische Zentralbank beabsichtigt am 13. September eine weitere Leitzinsanhebung und hat zudem mit der Einführung von „Kapitalverkehrskontrollen-Light“ (Exporteure müssen 80 Prozent ihrer Fremdwährungseinnahmen binnen 180 Tagen zwingend rekonvertieren) ihre Werkzeugkiste weiter geöffnet. Bislang mit mäßigem Erfolg. Immerhin stabilisierte sich die 1-Monats-Volatilität der Lira und signalisiert in den nächsten Tagen eine weniger sprunghafte Abwertung.

EUR/CHF: Im globalen Risk-Off-Sentiment kann besonders der Schweizer Franken profitieren. Die 25-Delta-Risk-Reversals auf EUR/CHF signalisieren weiterhin einen hohen Absicherungsbedarf. Die Differenz der entsprechenden Optionsprämien zwischen EUR/CHF-Calls und -Puts ist auf ihrem niedrigsten Stand seit Juni 2017 zurückgefallen. Das Hedging der Emerging-Markets-Risiken über EUR/CHF sollte sich in der kurzen Frist weiter verteuern.