SUCHE

Momentanes Tief bei den Kupferpreisen, doch der Umschwung zeichnet sich schon ab (© Getty Images)
Kupfermarkt
05.09.2018

Die Ängste um den drohenden Handelskrieg zwischen den USA und China überlagern die soliden Fundamentaldaten, welche sich im letzten Quartal weiter verbessert haben. Das sorgt für abfallende Kupferpreise. 

Es war kein Sommer zum Entspannen an den Märkten für Industriemetalle. Die Kupferpreise gerieten in den vergangenen zweieinhalb Monaten massiv unter Druck und notieren gegenwärtig 15 Prozent unter den Höchstständen von Anfang Juni. Ursächlich hierfür – wie dies bei so vielen Assetklassen der Fall ist – ist die anhaltende Sorge vor einer Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China sowie vor einer Wachstumsabkühlung in den Emerging Markets. Diese Sorgen sind nicht unberechtigt. Denn das globale Wachstum hat in der Tat in den vergangenen Monaten spürbar an Schwung verloren, während der US-Dollar gegenüber nahezu allen Währungen in den vergangenen sechs Monaten aufgewertet hat. Hoffnung macht dagegen, dass die ersten verfügbaren Stimmungsindikatoren für das dritte Quartal eine Stabilisierung bei der Wachstumsdynamik andeuten. In China hat man bereits auf die Wachstumsabschwächung mit geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen reagiert. Zum Beispiel kündigte die chinesische Notenbank (PBoC) die Senkung des Mindestreservesatzes um 50 Basispunkte auf 15,5 Prozent an, wodurch dem Markt zusätzliche Liquidität in Höhe von etwa 700 Milliarden Renminbi (RMB) zugeführt wird. Zudem wies die chinesische Finanzaufsicht Banken an, die Kreditvergabe an Infrastrukturprojekte und Exportunternehmen zu erhöhen.

Fundamentaldaten sprechen für eine anhaltend robuste Nachfrage

Bei einem Blick auf die Fundamentaldaten sind dagegen bisher keine Bremsspuren zu erkennen. Im Gegenteil: Im vergangenen Vierteljahr haben sich diese weiter verbessert. Während die Lagerbestände bei Kupfer an den chinesischen Warenterminbörsen Anfang Juni noch auf einem Mehrjahreshoch verharrten, sind diese in der Zwischenzeit kräftig auf ein Mehrjahrestief gesunken. Dies spricht unseres Erachtens für eine anhaltend robuste Nachfrage nach Kupfer. Per Saldo stellen wir fest, dass der herrschende Pessimismus an den Märkten für Industriemetalle übertrieben ist. Daher halten wir unsere allgemein konstruktive Sicht bei Industriemetallen insgesamt und bei Kupfer im Speziellen bei. Die Kupferpreise sollten in den kommenden sechs Monaten bei 7.000 US-Dollar/Tonne notieren werden, auf Jahresfrist auf 7.500 US-Dollar/Tonne, im Jahr 2020 bei durchschnittlich 8.000 US-Dollar/Tonne liegen.

Lesen Sie mehr zum Kupfermarkt im aktuellen Rohstoffmonitor. Zum Download geht es hier