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Bewegung in der Handelspolitik könnte sich auf Kreditspreads auswirken. (©Getty Images)
Unternehmensanleihen
26.07.2018

Wenig Bewegung im iBoxx Corporates. Euro-Ratings im Q2/2018: Stabil im Investment-Grade, High Yield mit Fragezeichen. Die Unternehmensanleihemärkte im Wochenrückblick. 

Der iBoxx Corporates zeigte sich in der zurückliegenden Berichtswoche ohne größere Veränderungen. Die Kreditspreads im Index europäischer Unternehmensanleihen aus dem Investment-Grade blieben im Bereich 60-70 Basispunkte. Der Index wartet auf neue Impulse. Diese könnten eindeutig von handelspolitischer Seite erfolgen, war der Anstieg der Kreditspreads in den vergangenen Wochen doch maßgeblich zwei zyklischen und konjunkturabhängigen Branchen zuzuschreiben.

Die Spreads der iBoxx-Sektoren Automobil (+16 bp), Grundstoffe (+18 bp) legten seit Anfang Juni eine bemerkenswerte Rallye hin. Die Gründe liegen auf der Hand: US-Zölle auf Automobilimporte aus der EU (eine Erhöhung auf 25 Prozent wurde diskutiert) sowie deutlich nachgebende Rohstoffpreise (u. a. Kupfer, siehe Kommentar) lassen unternehmensspezifische Risiken und folglich ihre Risikoprämien perspektivisch ansteigen. Der Handelskonflikt zog auch die Kreditspreads weiterer konjunktursensibler Branchen wie Medien oder Einzelhandel mit nach oben. Angesichts der handelspolitischen Einigung zwischen der USA und EU am 25.07. erscheint eine Erholung in den betreffenden Branchen möglich.

Auf die Ratingaktivitäten der Agenturen hat sich das veränderte handelspolitische Klima und die konjunkturelle Delle im zweiten Quartal 2018 noch nicht beunruhigend ausgewirkt. Im zurückliegenden Quartal hob die Ratingagentur S&P über alle Branchen und sämtliche Ratingklassen in Westeuropa hinweg häufiger den Daumen nach oben als nach unten. 143 Upgrades standen 97 Downgrades gegenüber. Das Verhältnis von Up- zu Downgrades konnte sich zum Vorquartal insgesamt sogar leicht verbessern. Allerdings ist der Überschuss von Up- zu Downgrades besonders im Vergleich zu 2017 weniger herausragend.