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Wachstum in der Eurozone dank gutem deutschen Konsum (© Alamy)
Rentenmärkte
16.08.2018

Die Währungskrise in der Türkei rüttelt weiterhin an den Finanzmärkten. Und die Konjunkturdaten aus der Eurozone überraschen positiv. Die Devisenmärkte im Wochenrückblick.

Zum Wochenende hat die Verschärfung der Währungskrise in der Türkei die Finanzmärkte ordentlich durchgerüttelt. Auslöser für die Zuspitzung war die Eskalation des Konfliktes zwischen den USA und der Türkei um die Inhaftierung von US-Bürgern sowie Berichte, wonach sich die EZB besorgt zeigt über das Exposure südeuropäischer Banken in der Türkei. Die türkische Lira wertete innerhalb eines Tages um elf Prozent gegenüber dem US-Dollar ab, seit Jahresanfang summiert sich die Abwertung der Lira auf rund 40 Prozent. In den vergangenen Tagen hat sich die türkische Lira etwas erholt – dank stützender Maßnahmen seitens der Notenbank. Zuletzt war Marktteilnehmern zufolge insbesondere die Einschränkung von Short-Positionen für ausländische Anleger erfolgreich, die de facto wie eine Zinserhöhung wirkt.

Wie verhält sich die türkische Regierung?

Auch regulatorisch griff die Notenbank ein und erleichterte den Banken den Umgang mit notleidenden Krediten, indem sie ihnen die Berechnung des Eigenkapitals mit einem fixen Wechselkurs ermöglichte. Außerdem schränkte die Aufsicht die Wirkung der Leverage Ratio bei Währungspositionen ein. Die weitere Entwicklung der Krise hängt jetzt davon ab, wie sich die türkische Regierung verhält. Um die Krise zu entschärfen und Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen, müsste diese ein wirtschaftspolitisches Reformpaket schnüren und die Unterstützung des IWF zulassen – sozusagen als Garant für diesen neuen Weg. Das erscheint derzeit jedoch unwahrscheinlich, zumal der Streit zwischen den USA und der Türkei ungelöst ist.

Renditen bleiben gedrückt

In Reaktion auf die Turbulenzen an den Finanzmärkten waren sichere Anlagen wie Treasuries und Bundesanleihen gesucht, doch trotz allem hielten sich die Kursgewinne überraschenderweise in Grenzen. Die zehnjährigen T-Notes-Renditen fielen auf 2,87 Prozent, die der Bundesanleihen kurz auf knapp unter 0,30 Prozent. Auch in den nächsten Tagen dürften die Renditen angesichts der Krise in der Türkei und der Risiken, die weiterhin von den Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China ausgehen, gedrückt bleiben. Am 23. August tritt die zweite Runde von US-Strafzöllen (Zollsatz: 25 Prozent) in Höhe von 16 Milliarden US-Dollar für China in Kraft (Volumen insgesamt 50 Milliarden US-Dollar).

Die Konjunkturdaten aus der Eurozone haben zuletzt auf der Oberseite überrascht. Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal mit 0,5 Prozent gewachsen und die Expansion im Vorquartal ist mit 0,4 Prozent leicht nach oben korrigiert worden. Angesichts der guten Zahlen aus Deutschland – sowohl der Konsum als auch die Investitionen haben positive Wachstumsimpulse gesendet – wurde das Wachstum der Eurozone von 0,3 auf 0,4 Prozent angehoben. Am 20. August verlässt Griechenland offiziell den Rettungsschirm (EFSF/ESM) und muss sich zukünftig eigenständig am Kapitalmarkt refinanzieren. Damit wird auch die Ausnahmeregelung beendet, dass griechische Staatsanleihen (kein Investment Grade-Rating) als repofähig bei EZB-Refinanzierungsgeschäften eingestuft werden. Die Banken müssen sich nun nach anderen Formen der Refinanzierung umsehen (Interbankenmarkt, Emergency Liquidity Assistance).