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US-Firmen sorgen sich vor Folgen des Handelskonfliktes (©Getty Images)
Rentenmärkte
20.07.2018

Powell hält an graduellen Leitzinspfad fest. EU und Japan schließen Freihandelsabkommen. Die Rentenmärkte im Wochenüberblick.

Die Renditen der zehnjährigen Bunds sind in der abgelaufenen Berichtswoche von 0,37 Prozent auf 0,35 Prozent gesunken, die der US-T-Notes notieren dagegen per Saldo nahezu unverändert bei 2,88 Prozent. Insgesamt agierten die Investoren vorsichtig, obwohl Nachrichten ausblieben, die beispielsweise auf eine weitere Eskalation des von den USA ausgehenden Handelskonfliktes hindeuteten – wobei es hier allerdings auch keine Zeichen für Entspannung gibt.

Das Highlight der Woche war sicherlich die Senatsanhörung des US-Notenbankchefs Jerome Powell, welche für einige Bewegung an den Märkten sorgte. Powell skizzierte vor dem US-Senat ein positives Bild der aktuellen Lage sowie der Perspektiven der US-Volkswirtschaft, so dass die US-Notenbank an ihrem Kurs der graduellen Leitzinserhöhungen festhalten wird. Erwartungsgemäß wurde er von den Senatsmitgliedern zu den Auswirkungen des US-Handelskonfliktes befragt. Laut Powell sei es schwer zu beurteilen, wie sich der Handelskonflikt auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken werde. Er wies aber darauf hin, dass sich Länder, die eine protektionistische Handelspolitik einschlagen, wirtschaftlich schlechter entwickeln würden als diejenigen, die den Freihandel bevorzugen. So schätzt der IWF, dass der Handelskonflikt die USA an Wachstumsdynamik kosten könnte. Während die US-Wirtschaft zuletzt weiterhin solide expandierte, treiben die US-Unternehmen – dies wird aus dem Beige Book der zwölf Fed-Distrikte deutlich – die Sorgen vor den Auswirkungen eines Handelskonflikts ebenso wie die US-Notenbanker um. Die Firmen äußerten sich besorgt darüber, dass sie bereits Preiserhöhungen und Unterbrechungen der Wertschöpfungsketten zu spüren bekommen, die sie auf die geänderte Handelspolitik der US-Regierung zurückführen.

Freihandel zwischen Japan und EU kommt

Derweil kam es am Dienstag zum Abschluss der Verhandlungen über das Freihandelsabkommen JEFTA zwischen der EU und Japan. Mit Inkrafttreten des Abkommens im kommenden Jahr sollen Zölle und Handelsbeschränkungen abgebaut sowie nicht-tarifäre Handelsbarrieren reduziert werden, welche dann nach mehrjähriger Anpassungsphase für 97 Prozent aller Güter und Dienstleistungen gelten werden. Damit sprechen sich die EU und Japan klar für den Freihandel aus und positionieren sich gegen die aktuelle Handelspolitik der US-Regierung.

Der Fokus der Anleger dürfte sich in der kommenden Woche auf die EZB-Notenbanksitzung, sowie zahlreiche Datenveröffentlichungen (PMI-Daten, ifo-Index) richten. So dürfte die EZB sicherlich Stellung zu den widersprüchlichen Kommentaren einiger Ratsmitglieder nehmen, die zuletzt auch eine Leitzinsanhebung im Juni 2019 in Spiel brachten. Zu erwarten ist, dass Draghi versuchen wird, der Spekulation auf einen Juni-Zinsschritt den Wind aus den Segeln zu nehmen. Nicht zuletzt dürften die Marktteilnehmer die Blicke in der kommenden Woche Richtung Washington richten, wenn EU-Kommissionspräsident Juncker zu Besuch im Weißen Haus ist, um über bestehende und potentielle US-Zölle gegenüber der EU zu verhandeln.