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Schwächere US-Wirtschaftsdaten machen den Euro attraktiver (©Getty Images)
Devisenmärkte
02.08.2018

EUR/USD schwächer nach EZB und Fed, Renditedifferenz im Fokus. BoE-Zinsschritt fest eingepreist. Kuroda „macht den Draghi“. Die Devisenmärkte im Wochenrückblick.

EUR/USD: Das Leitwährungspaar oszilliert gegenwärtig im Bereich 1,1630, leicht schwächer zur Vorwoche. Durch die wenig dynamische PCE-Inflation im zweiten Quartal erhielt der Euro trotz robustem US-BIP-Wachstum (beide 27.07.) zunächst Zulauf. Das dovishe geldpolitische Statement von Mario Draghi bei der EZB-Sitzung am 26.07. – die Zinsen werden über den Sommer 2019 hinaus im niedrigen Bereich verharren – sowie der positive Fed-Ausblick (01.08.) schickten das Wechselkurspaar auf Tauchstation. Insgesamt bleibt das Austauschverhältnis vor allem US-Dollar-seitig dominiert. Die realen Renditeunterschiede zwischen beiden Währungsgebieten lassen gegenwärtig Raum für steigende EUR/USD-Kurse. Die reale Zinsdifferenz hat sich durch die moderat dynamische Teuerung in Deutschland (unter anderem: vorläufiger HVPI 2,1 Prozent YoY im Juli) zu Gunsten der Eurozone verschoben. Die hohe Korrelation in den letzten Monaten suggeriert insoweit eine Euro-Stärke für die nächsten Wochen. Schwächere US-Wirtschaftsdaten, zum Beispiel der US-Arbeitsmarktbericht am 03.08., könnten Anlass geben, auf die Gemeinschaftswährung zu setzen.

EUR/GBP: Der Euro zeigt sich auf Wochensicht unverändert gegenüber dem britischen Pfund (aktuell 0,8889). Beim MPC-Meeting der BoE am 02.08. erwarten wir eine Zinsanhebung um 25 Basispunkte. Die Entwicklung der Teuerung auf der Insel (unter anderem durchschnittliche Lohnsteigerung) lässt einen solchen Schritt zu. Die Auswirkungen auf den Wechselkurs werden begrenzt sein, da die BoE den Zinsschritt vorsichtig vorbreitet hat und dieser der Markterwartung entspricht.

USD/JPY: Der US-Dollar konnte gegenüber dem Yen gut 0,9 Prozent zulegen. Für einen US-Dollar erhält man momentan 111,69 Yen. Die Hoffnungen auf eine minimale geldpolitische Straffung der BoJ wurden bei der Zinssitzung am 31.07. vorerst begraben. Notenbank-Gouverneur Kuroda sieht weiterhin keine Veranlassung zur grundsätzlichen Änderung des geldpolitischen Kurses, hat jedoch die Obergrenze am langen Ende der Renditekurve flexibilisiert (auf 0,2 Prozent). Dies interpretieren wir als Unterstützung für den Bankensektor (Zinsmargen). Die Korrelation des Währungspaars mit dem japanischen Leitindex Nikkei 225 ist inzwischen wieder stärker geworden. Gut die Hälfte der Unternehmen im Index haben ihre Ergebnisse für das zweite Quartal bereits vorgestellt, davon gut 60 Prozent mit positiver Umsatz- sowie Gewinnentwicklung. Geht die erfreuliche Berichtssaison weiter, scheint vom Aktienmarkt in der kurzen Frist kein Signal für eine Yen-Stärke auszugehen. Kursverluste an der Tokioer Börse werden von inländischen Investoren durch die Auflösung von Auslandsaktiva egalisiert, was tendenziell zu einer steigenden Nachfrage nach Yen und niedrigeren USD/JPY-Kursen führt.