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Umschwung oder Delle: Unsicherheit in der Eurozone (©Alamy)
Aktienmärkte
26.07.2018

US-Aktienmärkte entwickeln sich positiv, Unsicherheit in der Eurozone. S&P 500 auf dem Weg zurück zum Rekordstand.

An den globalen Aktienmärkten zeichnete sich in den vergangenen Wochen eine divergierende Entwicklung ab: Während der Dax seit geraumer Zeit nicht mehr nachhaltig über die Marke von 12.700 Punkten kommt, scheint es so, als ob der S&P 500 einen neuen Pfad zu dem zu Jahresbeginn erreichten Rekordhoch bei 2.875 Punkten eingeschlagen hat, wovon er gegenwärtig etwa 50 Punkte entfernt liegt.

Diese Divergenz dürfte anhalten, solange der von den USA ausgehende Handelskonflikt nicht gelöst ist. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass amerikanische Investoren mit einer Deeskalation des Handelskonflikts vor den Kongresswahlen im November rechnen. Wohingegen europäische Investoren sich weiterhin verunsichert zeigen und folglich auf Käufe verzichten dürften. Darüber hinaus spiegelt sich in der Aktienmarktentwicklung auch die divergierende Konjunkturdynamik wider.

USA überrascht

Während in der Eurozone hohe Unsicherheit darüber besteht, ob die Eurozone den Wachstumszenit überschritten hat oder die gegenwärtige Wachstumsschwäche lediglich eine Delle im Aufschwung darstellt, erhöhte sich die Dynamik in der US-Volkwirtschaft zuletzt. Für die am 27.07. zur Veröffentlichung anstehenden BIP-Wachstumszahlen erwarten die Märkte mitunter eine Rate von über vier Prozent (qoq, annualisiert).

Zudem stehen die amerikanischen Aktienmärkte seit zwei Wochen unter dem Einfluss der Quartalsberichtssaison, während hierzulande die Berichtssaison erst in der kommenden Woche (bis Mitte August) Fahrt aufnehmen dürfte. Die bisherigen Ergebnisse in den USA überraschten die Marktteilnehmer auf der Oberseite. Was einerseits auf die US-Steuerreform als auch ein sehr gutes Wachstumsmomentum der Weltwirtschaft zurückzuführen sein dürfte. Auch vom Verlauf der europäischen Berichtssaison erwarten wir positive Überraschungen und rechnen mit erfreulichen Zahlen europäischer Konzerne.

Hierfür sprechen verschiedene Faktoren: Der Konsum in Europa, den USA und China war in den letzten drei Monaten weiterhin sehr robust. Die Weltwirtschaft legt weiter zu – dies bestätigte in der vergangenen Woche der IWF, in dem er an seinem Wachstumsziel für die Weltwirtschaft von 3,9 Prozent festhielt –, vor allem in den USA, wodurch viele deutsche Unternehmen eine weitere Belebung der Geschäfte verzeichnen. Im zweiten Quartal 2018 lag EUR/USD im Vergleich zum Vorquartal um 5,6 Prozent niedriger, was zudem die Exporte aus der Eurozone heraus begünstigt haben dürfte. Unter Beweis stellen konnte dies bereits der deutsche Softwarekonzern SAP. Das Walldorfer Unternehmen hat den Gesamtumsatz zwischen April und Juni um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert, während das Betriebsergebnis sich im gleichen Zeitraum um 13 Prozent erhöhte.

Maßgeblicher Treiber für diese freudige Entwicklung sind vor allem die immer wichtiger werdenden Cloud-Dienstleistungen, also das Geschäft mit dem Horten und Verteilen von Daten anderer Unternehmen über das Netz. In der Berichtswoche steht unter anderem die Veröffentlichung der Quartalszahlen von den Dax-Schwergewichten BASF, Daimler, aber auch Volkswagen an. Bis zum 15. August sollten dann alle Ergebnisse vorliegen. Die Entwicklung des DAX wird also auch in den nächsten Wochen im Wesentlichen davon abhängen, ob in diesen Zahlen noch böse Überraschungen lauern oder nicht.