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China und die USA scheinen auf dem Weg zum Handelskrieg (© Getty Images)
Unternehmensanleihen
22.06.2018

iBoxx weitet sich weiter aus. Das Risiko eines Handelskrieges zwischen den USA und China steigt. Die Unternehmensanleihemärkte im Wochenrückblick.

Der iBoxx tastet sich weiter in Richtung 70 Basispunkte vor und liegt aktuell bei 64 Basispunkten. Bei den CDS-Indizes brachte die letzte Woche dagegen eine kurze Entspannung; gerade die europäischen Spreads engten sich um etwa 8 Basispunkte ein. Neben den an dieser Stelle bereits diskutierten fundamentalen Faktoren, die mittelfristig für eine fortgesetzte Ausweitung der Spreads sprechen, verschärft sich aktuell das Risiko eines Handelskrieges zwischen den USA und China – und in Folge auch zwischen Europa und den USA. Damit wären wesentliche Teile des Welthandels betroffen.

Die Folgen eines solchen Szenarios wären nachlassendes Wachstum, Zurückhaltung bei Investitionen und auch sinkende Kreditqualität vieler Unternehmen. Wie ist die aktuelle Lage?

Derzeit spielen die USA und China „wie du mir, so ich dir“. Jede der Parteien erhebt nun Einfuhrzölle in Höhe von 25 Prozent auf Importe in einem Volumen von jeweils 34 Mrd. USD. Ebenfalls beide Parteien behalten sich das Recht vor, die Zölle von 25 Prozent auf weitere 16 Mrd. USD des gegenseitigen Warenaustausches auszuweiten. Damit sind die USA stärker betroffen als China: Denn 50 Mrd. USD sind immerhin 38 Prozent aller Exporte der USA nach China. Umgekehrt sind es nur 10 Prozent.

In USA: Leidtragende bei Auto und Agrar

Aktuell sind wir noch in der Phase des Säbelrasselns. Auf dem jetzigen Stand haben die zusätzlichen Zölle nicht das Potenzial, die Volkswirtschaften und die allgemeine Kreditqualität nachhaltig zu verschlechtern. Aus US-Sicht betroffene Branchen sind Automobil und Agrar, weil China insbesondere dort mit Einfuhrzöllen ansetzt. Bei Flugzeugen ist das (noch) nicht der Fall, aber auch Boeing könnte in einer späteren Phase betroffen sein und damit gegenüber Airbus einen massiven Wettbewerbsnachteil im chinesischen Markt einfahren.

Der gesamte Welthandel wird diese Effekte wenig spüren. Doch US-Präsident Trump drohte bereits, weitere Güter im Wert von jährlich 100 Mrd. USD mit Einfuhrzoll zu belegen. China würde mit hoher Wahrscheinlichkeit nachziehen. Dann wären wir in einer Region, in der für viele Industrien die Wertschöpfungsketten durcheinander geraten und etablierte Absatzmärkte versiegen.

Der Aufwärtstrend der Spreads wird so weiter befeuert.