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Die straffere Geldpolitik der Fed könnte ein Risiko sein (©Getty Images Rosley Majid / EyeEm)
Unternehmensanleihen
15.06.2018

Indizes treten unruhig auf der Stelle. S&P sieht Rückgang bei den US-Ausfallraten. Die Unternehmensanleihemärkte im Wochenrückblick.

Der iBoxx pendelte in der letzten Woche um die Marke von 60 Basispunkten. Gerade in den guten Bonitäten A und besser herrschte dabei vergleichsweise viel Bewegung. Auch die CDS-Indizes verzeichneten einige Ausschläge nach oben und unten. Mittlerweile liegt der europäische iTraxx wieder deutlich (6 Basispunkte) über seinem US-Pendant CDX.

Positive Signale für die Kreditmärkte in den USA kamen indessen von der Ratingagentur S&P: Sie erwartet einen Rückgang der Ausfallraten im Subinvestmentgrade-Bereich. Aktuell liegen sie bei 3,4 Prozent, bis März 2019 werden 2,5 Prozent erwartet. Im März 2017 betrug die Ausfallrate noch 4,1 Prozent.

Gleichzeitig betont die Ratingagentur, dass sie ausgehend vom heutigen Niveau keinen signifikanten Rückgang der Spreads erwartet. Die Gründe für diese Erwartung sind zum einen ein gestiegenes Konsumentenvertrauen, das zuletzt durch die Einzelhandelsumsätze bestätigt wurde; zum anderen ein robuster Arbeitsmarkt. Zudem sind die aktuellen Ausfallraten stark durch die Sektoren „energy and natural resources“ sowie „consumer services“ geprägt. In den ersten beiden Quartalen 2018 waren diese Branchen für 11 der insgesamt 17 Ausfälle verantwortlich. Durch gestiegene Ölpreise habe sich die Situation jedoch deutlich entspannt.

Fed: Straffere Geldpolitik ein Risiko

Als wesentliche Risiken am Horizont wertet die Agentur eine straffere Geldpolitik der Fed, gestiegene Volatilität der Aktienmärkte und eine geplante Steuerreform, die in Teilen „schuldenfeindlich“ ausgelegt ist. Trotzdem sei zu erwarten, dass der Unternehmenssektor per Saldo davon in den nächsten 12 Monaten weitgehend unberührt bleibt. Weil sich die überwiegende Anzahl der Corporates in 2017 und 2018 mit ausreichend Liquidität zu günstigen Konditionen eingedeckt haben, können ihnen die Risikofaktoren zunächst wenig anhaben. Ein drohender Handelskrieg ist für S&P aktuell keine Bedrohung für die US-Kreditmärkte.

Über den Zeitraum 2019 hinaus ist die Agentur weniger optimistisch. Sie geht davon aus, dass sich die Vereinigten Staaten „am Ende des Kreditzyklus“ befinden, dass sich also absehbar die Kreditvergabe verschärfen und das Zinsniveau steigen wird.