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Dringend gesucht: Ein klarer Kurs für mehr Sicherheit (© Getty Images)
Rentenmärkte
29.06.2018

Handelsstreitigkeiten sorgen für Unsicherheit. Stimmungsindikatoren weiter mit Schwächesignalen. Die Rentenmärkte im Wochenüberblick.

Die Kapitalmarktrenditen haben zuletzt auf beiden Seiten des Atlantiks leicht nachgegeben. Für Verunsicherung bei den Anlegern und damit für sicherheitsmotivierte Zuflüsse in die Staatsanleihen dürfte der anhaltende Schlagabtausch zwischen den USA und China im Handelskonflikt gesorgt haben. Am 6. Juli treten Zölle in Höhe von 25 Prozent auf mehr als 800 Produkte von China in die USA importierte Güter in Kraft – das Volumen beträgt zunächst 34 Mrd. US-Dollar und soll in einem nächsten Schritt auf 50 Mrd. US-Dollar ausgeweitet werden. Daneben sind Zölle von 20 Prozent auf Autoimporte in die USA, die insbesondere Deutschland empfindlich treffen würden, und Beschränkungen auf chinesische Investitionen in US-Hochtechnologie zum Schutz geistigen Eigentums im Gespräch. China droht mit Gegenmaßnahmen und die EU hat bereits auf die Stahl- und Aluminiumzölle der Amerikaner mit Zöllen auf Motorräder, Whiskey und Jeans reagiert.

Wir rechnen nicht mit einem Handelskrieg, also mit einer nicht mehr kontrollierbaren Abwärtsspirale aus immer neuen protektionistischen Maßnahmen. Allerdings dürfte sich der Welthandel wohl auf einem neuen, höheren Protektionismusniveau einpendeln, mit Wachstumseinbußen für die Weltwirtschaft. Schwierig für die Wachstumsentwicklung sind nicht nur die Zölle selbst, die verzerrend wirken, sondern die indirekten Effekte daraus wie eine Stimmungsverschlechterung und eine Zunahme der Unsicherheit, die zur Rückstellung von Investitionen führen, die Zerstörung von globalen Wertschöpfungsketten und daraus resultierende Wettbewerbseinbußen für Unternehmen und Reaktionen auf den Finanzmärkten.

Eurozone: Stimmung sinkt

Die zuletzt veröffentlichten Stimmungsindikatoren für die Eurozone konnten nicht überzeugen. Der ifo-Geschäftsklimaindex ist im Juni erneut gesunken – das ist jetzt schon seit November 2017 der Fall, mit einer Ausnahme im Mai. Dabei macht sich der Rückgang nicht so sehr bei der Beurteilung der Geschäftserwartungen, sondern in der Einschätzung der aktuellen Lage bemerkbar. Die globalen Handelsstreitigkeiten belasten zunehmend die Stimmung der deutschen Unternehmen. Bei den vorläufigen Einkaufsmanagerindizes ist der Index für Dienstleistungen gestiegen, was schon einmal positiv zu bewerten ist, während der Index für das verarbeitende Gewerbe weiter verloren hat.

Die nächste Woche zeichnet sich durch Datenfülle aus. Die endgültigen Einkaufsmanagerindizes werden veröffentlicht, genauso wie die ISM-Indizes in den USA. Darüber hinaus wird die Schätzung der Inflationsrate für die Eurozone sowie der wichtige US-Arbeitsmarktbericht für Juni bekannt gegeben. Die Inflationsrate sollte bei rund 2 Prozent liegen, ähnlich wie im Vormonat und deutlich höher als zu Jahresbeginn. Damit macht sich der höhere Ölpreis bemerkbar. Der US-Arbeitsmarkt dürfte sich weiterhin sehr positiv entwickeln.