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Immer mit der Ruhe: Die Leitzinsen in der Eurozone steigen nur langsam (© Getty Images)
Devisenmärkte
22.06.2018

Sich ausweitende Zinsdifferenz setzt Euro unter Druck. Europäische Zentralbanken halten die Füße still. Die Devisenmärkte im Wochenrückblick.

EUR/USD: Die EZB-Sitzung am 14. Juni hat deutliche Spuren bei EUR/USD hinterlassen. Hat das Wechselkurspaar vor der Sitzung noch bei 1,18 notiert, hat der Euro in den vergangenen Tagen sichtbar gegenüber dem US-Dollar abgewertet, so dass das Paar nur noch etwas oberhalb von 1,15 steht. Hinter der Abwertung des Euro steht die Zusicherung der Notenbank, dass die Leitzinsen in der Eurozone Sommerende 2019 steigen werden. Dabei hatten wohl einige Marktteilnehmer auf schon frühere Zinsanhebungen gesetzt und reagierten jetzt enttäuscht. Das QE-Programm wird zumindest zum Jahresende eingestellt, von Anfang Oktober bis Ende Dezember sollen die Käufe noch mit auf 15 Mrd. Euro pro Monat reduziertem Volumen weiterlaufen. Zudem hat die Fed am 13. Juni das zweite Mal in diesem Jahr die Zielspanne für die Fed Funds Rate um 25 bp auf 1,75 bis 2,00 Prozent angehoben und eine vierte Zinserhöhung für 2018 anvisiert. Die Aussicht auf eine sich ausweitende Zinsdifferenz zwischen den USA und der Eurozone dürfte zunächst als Belastungsfaktor für den Euro bestehen bleiben. Erst wenn eine erste Zinsanhebung in der Eurozone wirklich näher rückt und damit eine Normalisierung der ultralockeren Geldpolitik ansteht, dürfte der Euro nachhaltiger gegenüber dem US-Dollar profitieren.

EUR/GBP: Auch nach der gestrigen Sitzung des Unterhauses hat sich das Währungspaar nicht nachhaltig bewegt und notierte zuletzt bei 0,878. Bei dieser konnte Premierministerin Theresa May abermals einer Abstimmungsniederlage entgehen, indem Zugeständnisse an die EU-freundlichen Mitglieder der Regierung gemacht wurden. Die Debatte um das Austrittsgesetz ist somit vor dem EU-Gipfel nächste Woche (28.-29.6.) abgeschlossen. Auch bei der heutigen Sitzung der BoE wurde davon abgesehen, den Leitzins zu erhöhen. Diese Erhöhung könnte frühestens im August erfolgen und auch dann nur, falls sich die zuletzt schwache Konjunktur erholt zeigt und inhaltliche Fortschritte in den Brexit-Verhandlungen erzielt werden. Für die nächste Woche erwarten wir, dass das Währungspaar in seiner Spanne zwischen 0,87 und 0,885 bleibt.

EUR/CHF: Das Währungspaar notierte in den letzten Tagen stabil zwischen 1,15 und 1,16. Wie bereits vorher durchsickerte und von Marktteilnehmern erwartet, hat die SNB heute angekündigt den Leitzins nicht zu erhöhen und weiterhin bei Bedarf am Devisenmarkt tätig zu werden, um die Attraktivität des Franken gering zu halten. Grund dafür ist die Orientierung an der EZB-Zinspolitik. Darüber hinaus passte die SNB ihre Inflationserwartung für das laufende Jahr auf durchschnittlich 0,9 Prozent (YoY) nach oben an. Nach der Ankündigung reagierte der Kurs kaum. Aufgrund dessen und der Stabilität des Währungspaares in den letzten Tagen gibt es keinen Grund anzunehmen, dass es innerhalb der nächsten Woche zu großen Kursschwankungen kommt. Es sei denn, „sichere Häfen“ sind wieder gefragt.