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Der Handelsstreit USA-China geht weiter – und dürfte nun weh tun (© Getty Images)
Rentenmärkte
22.06.2018

Sinkende Bund-Renditen nach EZB-Sitzung. Handelsstreitigkeiten gehen in eine neue Runde. Die Rentenmärkte im Wochenüberblick.

Die EZB hat auf ihrer Zinssitzung am 14. Juni verkündet, ihre Anleihekäufe zum Jahresende einzustellen. Von Anfang Oktober bis Ende Dezember sollen diese mit auf 15 Mrd. Euro pro Monat nochmals reduziertem Volumen weiterlaufen. Ende 2014 hatte die Notenbank Ankäufe von Covered Bonds und ABS beschlossen und diese dann Anfang 2015 auf öffentliche Anleihen erweitert. Hintergrund dieser Krisenmaßnahme waren die wirtschaftlich schwache Entwicklung in der Eurozone nach der Schuldenkrise und die Gefahr deflationärer Tendenzen. Eine erste Zinsanhebung haben die Währungshüter bis Ende Sommer 2019 ausgeschlossen. Mit dieser Kommunikation versucht die EZB, den Spekulationen um steigende Leitzinsen den Wind aus den Segeln zu nehmen und den Zinsanstieg zu deckeln. In Reaktion auf die Zinssitzung sind die Bund-Renditen zuletzt gesunken – anscheinend hatten einige Marktteilnehmer darauf gesetzt, dass Zinsanhebungen schon früher stattfinden könnten.

Die zehnjährigen Bund-Renditen sind von einem Niveau bei rund 0,50 Prozent auf knapp unter 0,40 Prozent gesunken. Auf der anderen Seite des Atlantiks konnten die Renditen der Treasuries kaum von der erneuten Zinsanhebung der Fed und der Aussicht auf eine möglicherweise vierte Zinserhöhung in diesem Jahr profitieren. Allenfalls die zweijährigen Renditen tendieren leicht höher, die zehnjährigen bewegen sich weiterhin unter der Marke von 3 Prozent seitwärts.

USA machen Ernst

Die US-Regierung hat Ernst gemacht und am 15.6. beschlossen, Zölle in Höhe von 25 Prozent auf chinesische Importe im Volumen von 50 Mrd. US-Dollar ab dem 6.7. zu implementieren. China hat bereits angekündigt, mit Gegenmaßnahmen zu reagieren und US-Importe ebenfalls im Volumen von 50 Mrd. US-Dollar mit Zöllen zu belegen. Damit gehen die Handelsstreitigkeiten in eine neue, ernstere Runde, denn so schnell dürfte man sich aus dieser Spirale nicht mehr lösen können. Nachgelagert sollte auch die EU von diesen Handelsstreitigkeiten betroffen sein.

In der kommenden Woche stehen mit der Veröffentlichung von ifo-Geschäftsklima, Einkaufsmanagerindizes und der Schätzung der Euro-Inflation für Juni einige wichtige Datenveröffentlichungen an. Bei den Stimmungsindikatoren wird interessant sein, ob sich hier eine Stabilisierung abzeichnet oder sich die abschwächende Tendenz der vergangenen Monate weiter fortsetzt. Ist weiterhin keine Stabilisierung zu beobachten, ist wohl von einer noch stärkeren Drosselung der Wachstumsgeschwindigkeit als bislang angenommen auszugehen.

Die Inflationsrate ist in der Eurozone im Mai angesichts der gestiegenen Ölpreise auf 1,9 Prozent gesprungen. Damit liegt sie überraschend nahe am Inflationsziel der EZB. Das dürfte allerdings noch temporärer Natur sein, auch wenn die höheren Ölpreise die Teuerungsraten nach oben schieben. In diesem Zusammenhang ist interessant, wie sich die Ölpreise weiter entwickeln werden. Kurzfristig könnten diese durchaus noch einmal zulegen, mittelfristig ist jedoch mit fallenden Preisen zu rechnen.