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Geopolitische Unsicherheit durch die Iran-Politik hilft dem US-Dollar (© Getty Images)
Devisenmärkte
11.05.2018

EUR/USD taumelt unter 1,19. Kurzfristig festigt die Aufkündigung des Iran-Abkommens die Dollar-Stärke. Italien vergrößert EUR-Sorgen. USD/JPY visiert 110 an. Die Devisenmärkte im Wochenrückblick. 

EUR/USD: Das Leitwährungspaar schließt auch die dritte Berichtswoche in Serie mit Verlusten ab und notiert gegenwärtig bei 1,1850 (-1,5 Prozent WoW). Die geopolitische Verunsicherung in Folge der Iran-Entscheidung durch die USA scheint dem Dollar kurzfristig zu helfen. Auf den gegenwärtigen Niveaus lag EUR/USD zuletzt im Dezember 2017. Dazu kommt die Rückkehr politischer Risiken in Europa. Offenbar zeichnen sich in Italien nach der schwierigen Koalitionsbildung Neuwahlen ab, aus denen die euroskeptischen Kräfte gestärkt herausgehen könnten. Dass vor allem die Euro-Schwäche das Währungspaar dominiert, zeigt auch die relative Konstanz des US-Dollars gegenüber anderen G10-Währungen (beispielsweise Yen und Franken). Die schwächere Auftragslage der deutschen Industrie wurde zwar durch eine überzeugende Industrieproduktion (1,0 Prozent YoY) und Handelsbilanzzahlen (Überschuss 29,1 Mrd. Euro) balanciert, jedoch konnte EUR/USD davon nicht profitieren. Insgesamt erwarten wir ein Ende der fast einen Monat andauernden Schwächephase des Euro und bis zur EZB-Sitzung im Juni (14.06.) eine Bodenbildung im Bereich 1,19. In der nächsten Woche wird sich das Währungspaar vor allem auf die finalen CPI-Zahlen der Eurozone (16.05.) sowie die US-Einzelhandelsumsätze (15.05.) konzentrieren.

USD/JPY: Der US-Dollar konnte seine Gewinne gegenüber dem Yen nicht weiter ausbauen. USD/JPY legte wie in der Vorwoche eine Seitwärtsbewegung hin und notiert bei 109,60. Das Ende des Iran-Nuklearabkommens löste die größte Bewegung der Woche aus und gab dem US-Dollar leichten Zulauf. Insgesamt sucht das Währungspaar allerdings neue Unterstützung. Diese könnte USD/JPY schon morgen (10.05.) von den US-Inflationszahlen erhalten. Bleibt der Preisauftrieb intakt, ist das Währungspaar oberhalb der 110-Marke in den nächsten Tagen zu erwarten. Japanische Indikatoren dürften dagegen wohl kaum Einfluss auf das Währungspaar haben.

EUR/GBP: Der Euro gab auch zum Pfund nach. EUR/GBP notiert gegenwärtig bei 0,8760 (-0,7 Prozent zur Vorwoche). Von der gegenwärtig bearishen Euro-Stimmung konnte das britische Pfund nur marginal profitieren, da vor allem die nachlassende Inflationsentwicklung Sorgen bereitet. Die BoE wird bei ihrer morgigen Zinssitzung (10.05.) keine Änderung der Geldpolitik beschließen. Die am kommenden Dienstag veröffentlichten Lohnzuwächse in UK (15.05.) werden zudem richtungsweisend für EUR/GBP sein. Wir erwarten hiervon jedoch keinen Auftrieb für das Pfund. Bis zur EZB-Sitzung im Juni sollte das Währungspaar im Bereich 0,87-0,88 schwanken. Da die Amtszeit von BoE-Governeur Mark Carney im Frühjahr 2019 endet, bringen sich erste Nachfolger bereits in Stellung. Favorit ist momentan der Chairman der Regulierungsbehörde FCA, Andrew Bailey, der womöglich eine hawkishere Geldpolitik als Carney initiieren würde.