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Der Greenback befindet sich gegenüber dem Euro im Aufwind - starke US-Daten machen es möglich (© Getty Images)
Devisenmärkte
06.04.2018

Die Dynamik der europäischen Konjunktur lahmt derzeit etwas – die Folgen davon sind auch an den Devisenmärkten erkennbar.  

EUR/USD: Das Wechselkurspaar EUR/USD beendet die Berichtswoche mit deutlichen Verlusten (-0,4 Prozent) und notiert gegenwärtig bei 1,2260. Überzeugende US-Wirtschaftsdaten geben dem Greenback Auftrieb, während die europäische Konjunktur keine neue Dynamik entfalten konnte. Exemplarisch sind hierfür die Auftragseingänge der deutschen Industrie, welche nach einem Wachstum von 8,2 Prozent im Januar auf 3,5 Prozent YoY im Februar zurückgingen. Gemischte Signale sendeten unter der Woche die Inflationszahlen aus der Eurozone (04.04.). Während die Preissteigerung der Gesamtinflation im März spürbar anstieg (1,4 Prozent YoY), ist bei der Kerninflation ein Rückgang der Preisdynamik zu verzeichnen (1,0 Prozent YoY). Die etwas weniger dynamische Konjunktur und eine uneinheitliche Preisentwicklung schränkt den Spielraum für einen starken Euro-Außenwert momentan ein. Zudem bleiben die US-Wirtschaftsdaten auf einem hohen Niveau.

Die am Dienstag (03.04.) veröffentlichten ADP-Arbeitsmarktdaten (Stellenzuwachs 241 Tsd.) spiegeln trotz sich zuspitzender Handelsstreitigkeiten weiterhin eine hohe Beschäftigungsdynamik der Trump-Economy wider. Wenn den starken ADP-Daten am morgigen Freitag (06.04.) ebenfalls ein hoher Stellenzuwachs außerhalb des Agrarsektors folgt, wird dies dem US-Dollar zusätzlich Auftrieb geben. Zudem könnte in der nächsten Woche die US-Verbraucherpreisinflation (11.04.) die Fed in ihrem Zinserhöhungskurs bekräftigen und so stärkere Dollar-Kurse ermöglichen.

USD/JPY: Der Wechselkurs USD/JPY liegt aktuell bei 107,08 (+0,4 Prozent). Seit Beginn der Handelsstreitigkeiten im Februar wertete der Yen gegenüber dem US-Dollar kontinuierlich auf und USD/JPY schloss sogar zwischenzeitig unter der Marke von 105. Zwei wichtige Gründe sprachen zunächst für eine vorsichtigere Gangart der USA bei der Handelspolitik im Falle Japans: Japanische Unternehmen und Haushalte stellen die zweitgrößten Auslandsinvestitionen in den USA. Auch ist Japan der wichtigste Verbündete der USA in Ostasien und Partner im Nordkorea-Konflikt. Die Stärkung des Yen gegenüber dem US-Dollar wirft im Zeichen der globalen Handelsdiskussion grundsätzlich Fragen auf. Japan weist seit Jahrzehnten hohe Exportüberschüsse mit den USA auf (68 Mrd. US-Dollar in 2017) und geriet deshalb ins Visier der US-Handelspolitik. Von den bisher erhobenen Zöllen auf Aluminium- und Stahlerzeugnisse ist Japan ebenfalls betroffen. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf das Wechselkurspaar USD/JPY. Der Status des Yen als "Safe Haven" und Profiteur von "Risk-Off"-Bewegungen an den Märkten wird weiter bröckeln, wenn die US-Handelspolitik weitere Handelsrestriktionen formuliert. Insgesamt wird die Handelsbeziehung zwischen beiden Ländern ein immer bedeutenderer Faktor im Wechselkurs und hat zwischenzeitig die Geopolitik abgelöst. Auch im Hintergrund des US-Zinszyklus sprechen deshalb viele Faktoren für einen stärkeren US-Dollar und einen schwächeren Yen. In der nächsten Woche sollten Marktteilnehmer neben den US-Daten auch der Handelsbilanz Chinas Aufmerksamkeit schenken. Die Volksrepublik veröffentlicht am 13.04 ihre ersten Indikatoren seit Zuspitzung der Handelsstreitigkeiten.