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Die Wirtschaft brummt in Deutschland, nicht nur im Maschinenbau (©Getty Images)
Konjunkturprognose
20.04.2018

Der Wirtschaftsboom in Deutschland hält an. Führende Konjunkturforscher heben ihre Prognose leicht an. Die im Koalitionsvertrag vereinbarten Leistungsausweitungen in der Gesetzlichen Rentenversicherung bereiten ihnen aber Sorgen.

Die führenden Konjunkturforscher Deutschlands haben ihre BIP-Prognose für 2018 und 2019 leicht angehoben. Sie erwarten für das laufende Jahr nun 2,2 Prozent Wirtschaftswachstum und für das kommende Jahr 2,0 Prozent. Im Gutachten vom Herbst hatten sie nur mit 2,0 und 1,8 Prozent gerechnet.

"Der Boom, in dem sich die deutsche Wirtschaft befindet, hält an. Allerdings wird die Luft dünner, da die noch verfügbaren gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten knapper werden", sagt Timo Wollmershäuser, Leiter der Konjunkturforschung und -prognosen des ifo Instituts. Mit Blick auf die Wirtschaftspolitik der neuen Bundesregierung ergänzt er: "Gerade wenn Kassen voll sind, sollte die Finanzpolitik die Konsequenzen für die gesamtwirtschaftliche Stabilität und die Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen im Blick haben. Die im Koalitionsvertrag vereinbarten Leistungsausweitungen in der Gesetzlichen Rentenversicherung laufen dem Nachhaltigkeitsgedanken zuwider."

Der Finanzierungsüberschuss des Staates bleibt trotz der Abgabenentlastungen und Ausgabensteigerungen aufgrund der kräftigen Konjunktur und wegen progressionsbedingter Mehreinnahmen fast gleich: 36,6 Milliarden Euro 2017, 37,8 Milliarden im laufenden Jahr und 34,7 im kommenden. Die Zahl der Erwerbstätigen wird von 44,3 Millionen 2017 auf 44,9 Millionen in diesem Jahr und auf 45,3 Millionen im kommenden Jahr steigen. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Arbeitslosen von 2,5 über 2,3 auf 2,2 Millionen Menschen. Damit sinkt die Arbeitslosenquote von 5,7 über 5,2 auf 4,8 Prozent. Die Verbraucherpreisinflation wird bis 2019 auf 1,9 Prozent ansteigen. Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss (Waren, Dienstleistungen und Übertragungen) wird voraussichtlich leicht zunehmen, von 262,6 Milliarden Euro in 2017 auf 277,0 im laufenden Jahr und auf 284,5 Milliarden im kommenden. Das sind 8,0 und 8,2 und 8,0 Prozent der jeweiligen Wirtschaftsleistung des Jahres.

Die Gemeinschaftsdiagnose wird erarbeitet vom DIW in Berlin, vom ifo Institut in München, vom IfW in Kiel, vom IWH in Halle und vom RWI in Essen. Die Langfassung des Gutachtens ist hier abrufbar.