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Die EZB in Frankfurt: Weiter wie bisher? ©Getty Images
Rentenmärkte

Inflationsrate: Kaum Dynamik in Eurozone erwartet

30.04.2018

Langfristige US-Zinsen über 3 Prozent. EZB ohne große Entscheidungen. Die Rentenmärkte im Wochenrückblick.

Die Kapitalmarktzinsen haben ihren Anstieg zuletzt fortgesetzt, so dass die zehnjährigen US-Treasury-Renditen - erstmals seit Anfang 2014 - über die Marke von 3 Prozent geklettert sind. Die zweijährigen T-Notes rentieren mit knapp 2,5 Prozent ebenfalls höher. Auch bei den langfristigen Bundesanleihen war ein Renditeanstieg zu beobachten, während die kurzfristigen sich weiterhin recht unbeeindruckt zeigen. Der Zinsanstieg wurde ausgelöst durch einen höheren Ölpreis, der sich über zunehmende Inflationserwartungen in den Zinsniveaus widerspiegelte. Von konjunktureller Seite kamen unterschiedliche Signale: Der ifo-Geschäftsklimaindex ist im April das dritte Mal in Folge gesunken, was grundsätzlich als Wendepunkt interpretiert wird. Dagegen haben sich die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone stabilisiert, für Dienstleistungen sind sie sogar leicht gestiegen.

Heutiges Highlight (26. April) ist die Zinssitzung der EZB. Wir gehen nicht davon aus, dass die Notenbank schon auf dieser Sitzung ankündigen wird, wann sie das Anleiheankaufprogramm beendet. Allerdings könnte sie weitere "Minischritte" in diese Richtung gehen, indem sie beispielsweise die Anbindung der Anleihekäufe an eine anziehende Inflationsrate kappt. Die Ankündigung zum QE-Ausstieg sollte erst auf der Juni-Sitzung erfolgen, da die EZB möglichst viele Datenveröffentlichungen abwarten möchte. Unseres Erachtens nach dürfte die EZB dann entscheiden, ihre Anleihekäufe um die Hälfte reduziert bis Ende des Jahres laufen zu lassen (15 Mrd. Euro).

Eurozone: Wie hoch war die Inflationsrate im April?

Aber auch in den kommenden Tagen stehen viele wichtige Datenveröffentlichungen auf der Agenda. So wird in den USA das BIP-Wachstum im ersten Quartal - sollte im Vergleich zum Jahresende 2017 schwächer ausfallen - die ISM-Indizes für Dienstleistungen und das verarbeitende Gewerbe und der Arbeitsmarktbericht für April bekannt gegeben. Letzterer dürfte im Vergleich zum Vormonat wieder einen höheren Stellenaufbau ausweisen (März: 103 Tsd.). In der Eurozone werden die endgültigen Einkaufsmanagerindizes sowie die Inflationsrate für April ausgewiesen. Die Teuerung sollte weiterhin keine Aufwärtsdynamik zeigen - das macht den Ausstieg der EZB aus QE so schwierig. Darüber hinaus nähert sich die nächste Fed-Sitzung mit großen Schritten (2. Mai). Nachdem die Notenbank die Zielspanne für die Fed Funds Rate im März um 25 bp auf 1,50 bis 1,75 Prozent angehoben hat, erwarten wir dieses Mal keine neue Zinserhöhung. Erst im Juni könnte die Fed ihren Zinsanhebungskurs um 25 bp fortsetzen. Mit Argusaugen dürfte aber die Kommunikation der Währungshüter auf ihrem Treffen verfolgt werden, denn es stellt sich zunehmend die Frage, ob es nicht doch mehr als drei Zinsanhebungen in diesem Jahr gibt.

Ein wichtiges Datum ist noch der 1. Mai. Bis dahin ist die EU zunächst von den US-Einfuhrzöllen auf Stahl (25 Prozent) und Aluminium (10 Prozent) ausgenommen. Doch die EU möchte selbstverständlich dauerhaft von den Zöllen befreit werden und dürfte entsprechend bei der US-Regierung darauf dringen. Erneute Streitigkeiten sollten wieder zu Belastungen an den Märkten führen.