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Schwelender Handelskonflikt wirkt negativ auf US-Dollar(© Getty Images)
Devisenmärkte
29.03.2018

Der schwelende Handelskonflikt belastet den US-Dollar weiter. Überraschende BIP-Daten bewegen das Währungspaar EUR/USD. Und die Bank of England behält den Leitzins bei – die Devisenmärkte im wöchentlichen Überblick. 

EUR/USD: Das Währungspaar EUR/USD notiert auf Wochensicht nahezu unverändert. Derzeit müssen für einen Euro 1,2305 US-Dollar bezahlt werden. Das ist ein Minus von 0,4 Prozent gegenüber der Vorwoche. Der weiter anhaltende Handelskonflikt, ausgelöst durch die Einführung einer Importsteuer auf Aluminium und Stahl in die USA, beschäftigt das Währungspaar weiter. Die EU konnte in der letzten Woche noch vor Inkrafttreten der Zölle eine Ausnahmeregelung aushandeln. Das Risiko besteht, dass sich die Handelsstreitigkeiten ausweiten, da sich die protektionistische Haltung der USA keinesfalls geändert hat. Im Wochenverlauf bewegten überraschend positive Wachstumszahlen das Währungspaar EUR/USD: Euro stärkend wirkten sich in dieser Woche (26.03.) die höheren französischen BIP-Daten aus, denn die französische Volkswirtschaft expandierte im vierten Quartal um 0,7 Prozent (QoQ) und im Gesamtjahr um 2,0 Prozent. In den USA ist die Wachstumsdynamik in den vergangenen Quartalen deutlich höher als erwartet ausgefallen, wenngleich das Jahreswachstum aufgrund eines sehr schwachen ersten Quartals 2017 gleich geblieben ist (2,3 Prozent). Die kommende Woche ist reichlich gespickt mit Datenveröffentlichungen, die sich auf das Währungspaar EUR/USD auswirken können: Auf der europäischen Seite stehen neben den PMI-Daten im verarbeitenden Gewerbe (3. April) die CPI-Schätzung (4. April.) an. In den USA werden die monatlichen Arbeitsmarktdaten (unter anderem Löhne und Arbeitslosenrate) veröffentlicht (6. April).

EUR/GBP: Das Devisenpaar EUR/GBP lässt in dieser Berichtswoche keine klare Richtung erkennen und notiert derweil bei 0,876 (+ 0,4 Prozent). Das Präsidium der BoE hat mit sieben zu zwei Stimmen auf ihrer letzten Sitzung (22. März.) für eine Beibehaltung des aktuellen Leitzinses von 0,5 Prozent gestimmt. Erstmals seit Mitte 2017 haben zwei von neun Mitgliedern des geldpolitischen Komitees wieder für eine Anhebung der Leitzinsen votiert. Wir erwarten, dass auf der Mai- oder spätestens Juni-Sitzung das Komitee eine Leitzinsanhebung beschließen wird. Dies dürfte sich positiv auf das Pfund auswirken. Genau heute in einem Jahr, also am 29. März 2019, wird Großbritannien aus der EU austreten. Obwohl inzwischen eine Übergangsphase nach dem Brexit bis Ende 2020 vereinbart wurde, in der Großbritannien weiter am EU-Binnenmarkt teilnehmen darf, alle EU-Regularien akzeptiert, aber kein Mitspracherecht in der EU genießt, ist derzeit noch kein unterschriftsreifes Handelsabkommen in Sicht. Ablenkungen, wie die jüngsten Anschuldigungen hinsichtlich eines zu hohen Wahlkampfbudgets einer Pro-Brexit-Kampagne und die damit verbundene Rechtmäßigkeit des Brexit-Referendums erschweren die Verhandlungen zusätzlich. Die letzten Monate haben gezeigt, dass sich der Brexit-Verhandlungsfortschritt stark im Währungspaar EUR/GBP widerspiegelt. Da noch einige Hürden in der nächsten Zeit für die Parteien zu nehmen sind, rechnen wir auch zukünftig damit, dass das Devisenpaar auf Fortschritte im Verhandlungsprozess reagieren wird.