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Schlechtwetter voraus: Die neue US-Handelspolitik verunsichert die Märkte (© Alamy)
Aktienmärkte
29.03.2018

„Die Neuausrichtung der US-Handelspolitik verunsichert die Märkte. Außerdem scheint die Rallye der Tech-Branche beendet. 

Sowohl die europäischen als auch die amerikanischen Aktienindizes mussten in der vergangenen Berichtswoche erneut kräftige Kursverluste hinnehmen. Während der Dax gegenwärtig die Marke von 12.000 Zählern zurückerobern konnte (-1,5 Prozent), verlor sein US-Pendant S&P500 mit fast 3 Prozent noch stärker an Boden und zählt nun 2605 Punkte. Damit hat der deutsche Leitindex ein so niedriges Niveau erreicht wie schon seit über einem Jahr nicht mehr. Die Aktienmärkte wurden in den vergangenen Tagen vor Allem belastet durch eine Neubewertung von Technologieaktien, ausgelöst durch den Facebook/Cambridge Analytica-Skandal. Ebenfalls auf den Aktienmärkten lastete die Neuausrichtung der US-Handelspolitik, welche in Form von Importzöllen und anderen nicht-tarifären Handelshindernissen neue Hürden im Welthandel entstehen lassen könnte.

Amerikanische Technologieaktien, die Anführer der seit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten anhaltenden Aktienmarkt-Hausse an der Wall Street, kommen derzeit nicht aus den Negativschlagzeilen. Der Datenskandal rund um Facebook weitet sich auch auf andere Unternehmen wie Twitter aus. Als Konsequenz werden hohe Strafen und eine härtere Regulierung erwartet. Außerdem könnten die chinesischen Technologieinvestitionen in Zukunft deutlich geringer ausfallen, nachdem die US-Regierung China im Zuge des Handelskonflikts die Verletzung von Urheberrechten vorwirft. Die Nachricht zweier tödlicher Autounfälle mit Beteiligung selbstfahrender Autos verstärkte das negative Klima zusätzlich und sorgte für Kursverluste von Technologieunternehmen auf beide Seiten des Atlantiks.

Bislang war die Technologiebranche ein wesentlicher Träger der Aktienrallye der vergangenen Monate und Jahre. Die Korrektur dieser Branche hat deshalb einen signifikanten Effekt auf den gesamten Markt. Es ist nun zu befürchten, dass dem Sektor in absehbarer Zeit regulatorisches Ungemach droht, was sich durchaus weiter in der Bewertung dieser Unternehmen niederschlagen könnte. Sollten diese Werte zu stark nachgeben, könnten einige Investorengruppen gezwungen sein, andere Positionen zu liquidieren - und auf diese Weise Verluste auszugleichen. Dies wiederum könnte in einer allgemeinen und anhaltenden Abwärtsspirale enden.

Anzeichen für schwindende Konjunkturdynamik

Die Unsicherheit darüber, ob, wie und wann sich die USA mit China beziehungsweise mit der EU einigen werden, bleibt weiterhin hoch, auch wenn offensichtlich Gespräche zwischen den betroffenen Parteien stattfinden. Die globale Konjunktur lief im ersten Quartal des Jahres weiter auf Hochtouren, jedoch scheint die Konjunkturdynamik langsam abzunehmen - obwohl die neuste BIP-Schätzung für das Q4 2017 für die USA mit 2,9 Prozent Wachstum YoY die Erwartungen deutlich positiv übertraf. Die Veröffentlichung zahlreicher Stimmungsindikatoren und Fundamentaldaten in den nächsten Tagen könnte somit Enttäuschungen bereithalten.

Sollten die aktuellen Kurse bis zum Monatsende Bestand haben, hätte der Dax seit Jahresbeginn knapp 1000 Punkte verloren. Nach sechs Quartalen mit Gewinnen in Folge wäre Q1 2018 damit das erste Verlustquartal seit Mitte 2016. Beim S&P500 ist die Serie sogar noch länger: neun Quartale in Folge schloss der amerikanische Index das Quartal stärker ab als er es begonnen hatte. Angesichts der Kursverluste wächst bei Anlegern die Sorge vor dem Ende des seit neun Jahren bullishen Konjunkturzyklus und der Entstehung eines sogenannten Bärenmarktes, der sich durch Kursverluste von 20 Prozent im Vergleich zum 52-Wochenhoch kennzeichnet. Von einer solchen Entwicklung gehen wir allerdings nicht aus und rechnen mit Erholung der Aktienmärkte und Rückkehr zu alten Höchstanden zum Ende des Jahres 2018.