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Euro und Yen im Aufwind (© Getty Images)
Devisenmärkte
23.03.2018

„Die zurückhaltende Fed-Rhetorik in Bezug auf den künftigen Zinspfad schwächte den US-Dollar“, meint HSH-Analystin Sintje Boie.

EUR/USD: Die Fed-Zinssitzung am 20./21. März hat den Euro leicht gegenüber dem US-Dollar aufwerten lassen. Die Fed setzt ihren geldpolitischen Straffungskurs unverändert fort und hat die Zielrate für die Fed Funds Rate zum sechsten Mal um 25 bp auf nun 1,50 bis 1,75 Prozent angehoben. Darüber hinaus könnte sich das Tempo weiterer Leitzinsanhebungen erhöhen. Die veröffentlichten neuen Zinsprojektionen deuten auf drei Zinsschritte 2018 (allerdings ist die Tendenz zu vier nun höher) und drei im Jahr 2019 (vorher zwei) hin. Denn die Fed beurteilt die Wachstumsaussichten für die USA positiver und sieht eine stärkere Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt als zuvor. Die sich ausweitende Zinsdifferenz zwischen den USA und der Eurozone sollte den US-Dollar eigentlich gegenüber dem Euro profitieren lassen. Allerdings ist das Ausmaß der Aufwertung in Relation zu der sehr unterschiedlichen Ausrichtung der Geldpolitik - die EZB setzt ihre expansive Geldpolitik in Form von Anleihekäufen unverändert fort und dürfte auch ihren Ausstieg aus QE voraussichtlich sehr vorsichtig gestalten - derzeit erstaunlich gering. Vergleicht man die Geldpolitik von Fed und EZB isoliert, wäre ein durchaus stärkerer US-Dollar gerechtfertigt. Doch anscheinend lasten politische Risiken auf dem US-Dollar. Mögliche Gründe: Innerhalb der US-Regierung gibt es Streitigkeiten und das Land setzt zunehmend auf Abschottung, was von den Investoren nicht positiv bewertet wird. Darüber hinaus hatten die Marktteilnehmer einen noch hawkisheren Ton der Fed erwartet, so dass der Euro - ganz im Gegenteil - zulegte. In der nächsten Woche dürfte das Währungspaar weiterhin in einer engen Range um 1,23 pendeln. Große Impulse in eine Richtung bleiben derzeit noch aus.

EUR/GBP: Das britische Pfund geht gestärkt aus der Handelswoche hervor und EUR/GBP notiert gegenwärtig bei 0,8731 (-1,3 %Prozent). Die Sterling-Nachfrage zog unter der Woche nach dem Beschluss einer Übergangsphase zwischen EU und Großbritannien (19.03.) an. Das Aufatmen war aber nur von kurzer Dauer, da Fragen bezüglich der Grenze zwischen Großbritannien und Irland weiter offen bleiben. Die Fundamentaldaten stärkten im Verlauf der Woche das Pfund wieder: Einerseits sank die Kerninflationsrate in Großbritannien im Februar auf 2,4 Prozent YoY,. Andererseits stiegen nicht nur die durchschnittlichen Löhne im Januar um 2,6 Prozent, sondern auch die Arbeitslosenrate fiel auf 4,3 Prozent. Die heutige Sitzung der BoE sowie deren Kommunikation (22.03.) werden Aufschluss darüber geben, ob die BoE die Inflation für so stabil hält, dass die vom Markt erwartete Zinsanhebung im Mai angestrebt wird.

USD/JPY: Der Yen konnte in dieser Woche leichte Zugewinne gegenüber dem US-Dollar verzeichnen und notiert bei 105,85 (-0,2 Prozent). Die Kursverluste der amerikanischen Aktienindizes sowie Handelsstreitigkeiten der Trump-Administration stärkten den Yen in dieser Woche. Die Fed hat die Leitzinsen zwar den Erwartungen entsprechend um 25 Basispunkte auf 1,50 bis 1,75 Prozent erhöht, überraschte aber mit den aktuellen Zinsprojektionen für 2018 und 2019, da insgesamt drei und nicht vier Zinsanhebungen in diesem Jahr kommuniziert wurden, wie von einigen Anlegern vermutetet. Dies hatte eine Yen-Aufwertung gegenüber dem Greenback zur Folge. Die Handelsstreitigkeiten dürften den festeren Yen aber weiter stützen.