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Ausgezeichnet: die Asklepios Klinik in Hamburg-Barmbek (©ddp images/Philipp Guelland)
ITB
14.03.2018

Im Jahr 2016 wurden weltweit etwa 11,4 Millionen gesundheitsorientierte und medizinisch motivierte Reisen unternommen. Das entspricht zwar erst einem Marktanteil von 1,4 Prozent der Gesamtanzahl von Auslandsreisen. Die Wachstumsraten aber sind hoch – und ein Ende nicht in Sicht.

Gesundheitlich motivierte Reisen legen weltweit zu. Eine zunehmende Zahl von Menschen sucht im Urlaub bewusst nach Ruhe und Erholung oder verbindet den Aufenthalt im Ausland mit einer medizinischen Behandlung. Wenig erstaunlich, dass die globale Tourismusindustrie dem Segment ein hohes Potenzial zubilligt. Laut einem aktuellen Report von VISA und Oxford Economics werden derzeit mit Medizintourismus jährlich weltweit rund 50 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Der Report prognostiziert die Wachstumsrate in den nächsten zehn Jahren mit bis zu 25 Prozent jährlich.

Ob im Job oder privat - immer mehr Menschen fühlen sich zunehmend gestresst und verbinden eine Reise mit einer medizinischen Behandlung. Das wirkt sich auch auf das Reiseverhalten aus: Die Zahl der Reisen steigt. Im Jahr 2016 wurden weltweit etwa 11,4 Millionen gesundheitsorientierte und medizinisch motivierte Reisen unternommen. Das entspricht zwar erst einem Marktanteil von 1,4 Prozent der Gesamtanzahl von Auslandsreisen, die Wachstumsraten sind aber hoch. Dem World Travel Monitor zufolge wurden fast 70 Prozent aller internationalen Gesundheits- und Medizinreisen aus gesundheitsorientierten Gründen gemacht, darunter vor allem Spa- und Wellnessurlaube. Die restlichen 30 Prozent medizinisch motivierter Reisen dienten vor allem für Reha-, Kur- und Klinikaufenthalte. Ein Hauptprofiteur dieser Entwicklung ist Deutschland. Gäste aus dem Ausland unternahmen hierzulande mehr als eine Million Gesundheits- und medizinische Reisen. Damit ist Deutschland innerhalb des Segments medizinisch motivierter Reisen in Europa führend, noch vor Russland, Frankreich sowie Italien.

"Auch Anbieter in Asien holen stark auf", sagt Julie Munro, Vorsitzende der "Medical Travel Quality Alliance" (MTQUA), die weltweit Qualitätsstandards von Medizintourismus anbietenden Krankenhäusern untersucht. "Wir erwarten, dass die Angebote dort nicht nur den Medizintouristen, sondern auch der einheimischen Bevölkerung zur Verfügung stehen." Auf der auf der "Internationalen Tourismus Börse" (ITB) in Berlin vorgestellten Liste der "World's Best Hospital for Medical Tourism" waren mit Kliniken in Bangkok und Amman gleich mehrere Ziele in Asien vertreten. Aus Sicht Hamburgs besonders erfreulich: Den ersten Platz als "World's best Hospital for Medical Tourism" belegte mit der Asklepios Klinik Barmbek ein Krankenhaus aus der Hansestadt.

Im Vergleich zu 2009 hat sich die Zahl ausländischer Privatpatienten in dieser Klinik mehr als verdoppelt. Beliebt ist das Krankenhaus besonders bei Patienten aus Russland und den GUS-Staaten. Die Asklepios Klinik unterhält mittlerweile sogar ein eigenes Auslandsbüro, das sich um die nichtdeutschen Kunden kümmert. "Höchste Priorität bei der Auswahl hat das konkrete Ergebnis der medizinischen Anwendung beim Patienten", so MTQUA-Vorsitzende Munro. "Hier besteht auch ein wichtiger Unterschied zu den vielen Wellness-Angeboten."

Jeder zweite Gesundheits- und Medizintourist ist übrigens zwischen 35 und 54 Jahren alt, die Verteilung zwischen Männern und Frauen ist nahezu ausgeglichen. Unterschiede zeigen sich bei der Altersverteilung. Der Anteil der Reisenden zwischen 35 und 54 Jahren bildet die Kerngruppe. Jüngere Reisende oder das Alterssegment 55plus ist deutlich unterrepräsentiert.

Veranstaltungshinweis

Der erste Strategietag Gesundheit der HSH Nordbank steht unter dem Titel "Welche Rolle spielt der Mensch im Wachstumsmarkt Gesundheit?"

Die Veranstaltung findet am 22. März 2018 in Hamburg statt. Rund 100 Teilnehmer aus allen Branchen der Gesundheitswirtschaft werden erwartet.