SUCHE

Zahlungen mit Instant Payment sind bequem und schnell (© Getty Images)
Instant Payment

Sekundenschnelle Überweisungen beflügeln den Handel

06.02.2018

Für Instant Payments gilt nun ein einheitlicher Rechtsrahmen. Neue Anbieter drängen auf den Markt. Für die Kreditkartenbranche dagegen ist ein Erfolg von Instant Payments eine ernste Herausforderung, denn deren Rolle als Intermediär am Point of Sale ist bei Instant Payments bedroht.

Ein Überweisungsbetrag wird innerhalb von zehn Sekunden dem Konto des Empfängers gutgeschrieben – das ermöglichen Instant Payments. Der Auftrag kann dabei per Online-Banking oder mit einer Smartphone-App erfolgen. Nach Einschätzung der Bundesbank werden solche Echtzeitzahlungen in Europa bald Alltag sein. Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele geht davon aus, dass bis 2019 der Markt mit dem Service versorgt wird, der sich dann schrittweise zum Standard entwickeln kann.

Für die neuen Echtzeitüberweisungen gilt ab November 2017 ein einheitlicher Rechtsrahmen und die ersten Anbieter sind bereits operativ am Markt. Wenn ein Dienstleister künftig in Echtheit Zahlungen von einem Kunden annehmen und darüber verfügen kann, dürfte vor allem Handel stark profitieren. Für die Kreditkartenbranche dagegen ist ein Erfolg von Instant Payments eine ernste Herausforderung, denn deren Rolle als Intermediär am Point of Sale ist bei Instant Payments bedroht.

Aber auch für Logistik- und Versanddienstleister, die Zug-um-Zug bei Übergabe der Ware an den Kunden Zahlungen innerhalb von 10 Sekunden gutgeschrieben bekommen können, ergeben sich neue Möglichkeiten. Das Problem der fehlenden Marktdurchdringung stelle sich umso weniger, je mehr Player auf Instant Payments setzen. Bis Juli 2018 soll auch die gesamte Sparkassen-Finanzgruppe bei Instant Payments an Bord sein. Eine Abdeckung von 85 bis 90 Prozent ist bis Ende 2019 durchaus erreichbar.

Nachdem die Bankenbranche mit dem Online-Bezahlverfahren paydirect auf konkurrierende Angebote von Online-Bezahldiensten wie PayPal reagiert hat, kommt sie mit Instant Payments nun den Wünschen des Regulators nach. Die erwartete Etablierung von Instant Payments bereitet den Nährboden für neue Geschäftsmodelle, die oft von FinTechs entwickelt werden. Ein Argument für eine verstärkte Kooperation der Banken mit FinTechs. Ein Indiz für die Attraktivität des Markts ist auch der Umstand, dass in den letzten Monaten einige Payments-Dienstleister für hohe Summen den Besitzer wechselten.

Wie sich der Handel diesen neuen Markt erschließen kann, wird derzeit in Arbeitsgruppen wie dem Handelsverband Deutschland (HDE) diskutiert. Bevor Instant Payments für Firmenkunden relevant wird, muss das System aber flächendeckend nutzbar sein. Hier kommen auf die Finanzdienstleister erhebliche Investitionen zu, unter anderem auch weil Instant Payment technisch 24 Stunden an 7 Tagen in der Woche verfügbar sein muss.

Lesen Sie mehr auf der Seite der HSH-Nordbank