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Wohnimmobilienpreise in China steigen weiter (© Getty Images)
Konjunkturzyklusmonitor
28.02.2018

Der Konjunkturzyklusmonitor gibt Ihnen eine Orientierung, wie weit fortgeschritten die Konjunktur-, Kredit- und Finanzmarktzyklen in den einzelnen Regionen sind.

Besser geht es nicht: Alle drei Lokomotiven der Weltwirtschaft stehen unter Dampf. Gleichzeitig sind viele Aktienmärkte auch nach der jüngsten Korrektur in der Nähe ihrer Rekordstände, während Unternehmen sich nicht zuletzt aufgrund der lockeren Geldpolitik so günstig wie selten zuvor refinanzieren können. Aber: Wie lange wird das gut gehen? Der Konjunkturzyklusmonitor gibt Ihnen eine Orientierung, wie weit fortgeschritten die Konjunktur-, Kredit- und Finanzmarktzyklen in den einzelnen Regionen sind. Das Ziel: Sie sollen nicht von einem Abschwung überrascht werden.

Welt

Es besteht keine unmittelbare Gefahr eines Wirtschaftseinbruchs, da nur vereinzelt Zyklen auf rot (Kreditzyklus in China; Finanzmarktzyklus in den USA) geschaltet sind.
 Allerdings sind zahlreiche Zyklen auf Gelb gesetzt (Konjunkturzyklus in den USA; Finanzmarktzyklus in der Eurozone und China), so dass erhöhte Aufmerksamkeit gefordert ist.

USA

In den USA signalisiert unser Modell ein leicht erhöhtes Risiko eines Wirtschaftseinbruchs. Der Konjunkturzyklus ist relativ weit fortgeschritten, hat allerdings noch etwas Luft nach oben. Problematisch ist die hohe Bewertung von Aktien und Unternehmensanleihen (Finanzmarktzyklus). Relativ entspannt darf man hingegen hinsichtlich des Kreditzyklus sein, da sich die Gesamtverschuldung des privaten Sektors auf einem noch recht gesunden Pfad befindet.

Eurozone/ Deutschland

In der Währungsunion sind die Kapazitäten noch nicht stark ausgelastet (Ausnahme: Deutschland, wo wir eine beginnende Überhitzung feststellen), so dass der gute Konjunkturverlauf noch eine gewisse Zeit anhalten sollte. Bei der Schuldendynamik des privaten Sektors leuchten weder in der Eurozone insgesamt noch bei Deutschland im speziellen Warnlampen auf. Lediglich der Finanzmarktzyklus könnte sich allmählich seinem Ende nähern. Während die Aktien weiterhin fair bewertet erscheinen, sind die Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen in absurd niedrige Bereiche vorgestoßen. Das gilt für die Eurozone und für Deutschland.

China

Der Kreditzyklus scheint zu überhitzen, der Konjunkturzyklus ist noch im grünen Bereich und der Finanzmarktzyklus ist aufmerksam zu beobachten. Bei letzterem fällt auf, dass die Wohnimmobilienpreise in den 70 größten Städten weiterhin mit einer relativ hohen Rate zunehmen. Sollte der Finanzmarktzyklus seinen Zenit überschreiten (der Kreditzyklus hat dies bereits getan) ist die Verletzlichkeit der Gesamtwirtschaft als relativ hoch einzustufen. Relativierend kann gesagt werden, dass China aufgrund von Kapitalverkehrsbeschränkungen und starken Eingriffsmöglichkeiten des Staates vermutlich verhindern kann, dass die Lage außer Kontrolle gerät. Gleichzeitig ist festzustellen, dass die Verzahnung mit den globalen Finanzmärkten noch relativ begrenzt ist und daher die Rückwirkungen von dieser Seite alleine für den Rest der Welt limitiert ist.