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Der Euro bliebt stark (©Getty Images)
Devisenmärkte
15.02.2018

„Unerwartet hohe US-Inflation und der voraussichtliche Anstieg des Haushaltsdefizits in den USA schwächen den Dollar abermals“, meint HSH-Analyst Marius Schad.

EUR/USD: Das Währungspaar EUR/USD konnte am heutigen Donnerstag die Marke von 1,25 USD zum ersten Mal seit 2014 überschreiten und liegt aktuell bei 1,2471 USD (+1,7 % zur Vorwoche). Die überraschend hohe US-Inflation war der bedeutendste Markttreiber. So lag die US-Kerninflation im Januar bei 1,8 % YoY (Konsens 1,7 %), wovon der US-Dollar eigentlich profitieren sollte. Überraschend steigende Inflationsdaten lassen auf erhöhte wirtschaftliche Aktivität schließen und erhöhen den Druck auf die Fed zu einer zügigeren Zinsanpassung. Dennoch ging EUR/USD nur kurzzeitig auf unter 1,23 zurück, um in der Folge zugleich wieder Kurs auf die 1,24er Marke zu nehmen. Die Bewegung bestätigt trotz unterstützender Daten aus dem Dollar-Raum das aktuelle Marktsentiment: Kurskorrekturen im EUR/USD nach unten werden als unmittelbare Kaufgelegenheit genutzt („Buy the Dip“). Wirtschaftsdaten aus dem Euro-Raum wie die Inflationszahlen aus Deutschland (1,4 % YoY) oder das BIP-Wachstum der Eurozone im vierten Quartal (2,7 % YoY) hinterließen keine Spuren im Markt. Zusätzlich vergrößerte unter der Woche das US-Haushaltsdefizit die Dollar-Sorgen. Nach der Unternehmenssteuerreform planen die Republikaner ein breit angelegtes Infrastrukturprogramm, was die ohnehin hohen Budgetdefizite perspektivisch weiter ausbaut. In der kommenden Woche ist angesichts des US-Feiertags am Montag (19.02.) zunächst von niedriger Handelsaktivität auszugehen, ehe am Freitag (23.02.) die Eurozonen-Inflation für Januar aufwartet.

EUR/GBP: Das Pfund wertet gegenüber dem Euro weiter ab, EUR/GBP konnte auf Wochensicht 0,8 % hinzugewinnen und notiert gegenwärtig bei 0,8875. Der hawkishe BoE Inflations-Report (08.02.) und die britischen Inflationszahlen konnten das Pfund nicht nachhaltig stärken, da das positive Euro-Sentiment sich auch im Wechselkurs EUR/GBP bemerkbar macht (siehe EUR/USD). Die Inflation des Vereinigten Königreichs lag erneut bei 3,0 %-Marke und erhöht sukzessive den Druck auf die BoE, mit Zinserhöhungen zu reagieren. Die Ankündigungen einer „Road Map to Brexit“, in welcher das zukünftige Verhältnis zwischen UK und EU der britischen Regierung dargestellt werden soll, konnte kein neues Vertrauen in das Pfund erzeugen.

USD/JPY: Der Yen bleibt weiterhin gefragt und konnte gegenüber dem US-Dollar auf Wochensicht um 3 % aufwerten. Der Wechselkurs USD/JPY unterschritt die Marke von 107 und notiert aktuell bei 106,25. Kursverluste auf der Tokioer Börse lösen weiterhin starke Fluchtbewegungen in den Yen aus. Auch im Wechselkurs USD/JPY sollte die höhere US-Inflation eigentlich für steigende Kurse sorgen. Jedoch verbindet der Devisenmarkt mit drei bis vier Zinserhöhungen der Fed in 2018 offenbar auch steigende Finanzierungskosten für US-Unternehmen und niedrigere US-Aktienkurse. Die USD/JPY-Korrelation mit den US-Indizes ist seit Beginn von Abenomics stark positiv und begründet einen Teil des Yen-Aufwertungspotentials.