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Gebäude der FED (©Getty Images)
Devisenmärkte
23.02.2018

„Das Sitzungsprotokoll der FED und ein positiver US-Inflationsausblick führten zur vorübergehenden Erholung des Dollars“, fasst HSH-Analyst Marius Schad zusammen. 

 

EUR/USD: Der Euro verlor gegenüber dem US-Dollar deutlich an Boden und notiert gegenwärtig bei 1,2270 US-Dollar. Die Dollar-Erholung wird auf einer breiten Front getragen. So konnte der Dollar-Index sein Sechs-Monat-Tief bei 88,14 verlassen und die Marke von 90 Zählern zurückerobern. Der handelsarme US-Feiertag am Montag (21.02.), die verhaltenen Konjunkturindikatoren aus der Eurozone sowie das Sitzungsprotokoll zur Januar-Sitzung der Fed wirkten als maßgebliche Unterstützungsfaktoren für den Dollar. Die PMI-Indizes für das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland, Frankreich und in der Eurozone notierten für den Erhebungszeitraum Februar mit Rückgängen, wohl auch unter dem Eindruck der Aktienmarktturbulenzen am Monatsbeginn. Das Sitzungsprotokoll bestätigte den optimistischen Inflationsausblick der Fed und hebt insbesondere die Lohnsteigerungen als Preistreiber hervor. Die US-Zinsfutures haben eine Zinserhöhung im März (23.03.) bereits fest eingepreist. Wir interpretieren die Dollar-Entwicklung als vorübergehende Konsolidierung, bleiben jedoch mittelfristig bei einem positiven Euro-Sentiment. In der nächsten Woche könnten die Inflationszahlen für Deutschland (27.02.) und der europäischen Verbraucherpreisinflation (28.02.) dem Euro neue Impulse geben.

EUR/GBP: Das britische Pfund geht gestärkt aus der abgelaufenen Handelswoche; EUR/GBP notiert aktuell bei 0,8840 (-0,7 %). Fundamental konnte das Pfund unter der Woche von den durchschnittlichen Lohnzuwächsen profitieren, die mit 2,5 % YoY expandierten. Die Zugewinne für das Pfund sind überraschend, da besonders die widersprüchlichen Aussagen aus dem Kreis der regierenden Tories immer noch keine klare Linie zum Brexit erkennen lassen. Die „Hard-Brexiteers“ plädieren für eine konsequente und kompromisslose Trennung von der EU, während Premierministerin May eine Übergangsfrist von zwei Jahren wahren möchte. Aus der britischen Unternehmenswelt kamen ebenfalls wenig positiven Nachrichten. Unter anderem diskutiert der britisch-niederländische Konsumgütergigant Unilever eine Verlagerung seiner Konzernzentrale nach Rotterdam. Die Unklarheit über den Verlauf der Brexit-Trennungsgespräche und die Ausgestaltung eines Handelsabkommens zwischen dem UK und der EU dürften weiter der entscheidende Belastungsfaktor für das Pfund bleiben.

USD/JPY: Der Yen konnte gegenüber dem US-Dollar keine Zugewinne verzeichnen und USD/JPY liegt gegenwärtig bei 107,40 (+1,1 %). Nach Erreichen eines 15-Monatstiefs bei 105,52 kam dem Währungspaar in der zurückliegenden Woche vor allem die Erholung auf den Aktienmärkten in Tokio zugute. Das Fed-Sitzungsprotokoll und der positive Inflationsausblick wirkten sich ebenfalls aus (siehe EUR/USD). Zudem konnte der Yen sein Bewertungsniveau aus der Vorwoche auch aufgrund konjunkturell uneinheitlicher Signale nicht aufrecht halten. Während der PMI für das Verarbeitende Gewerbe im Februar auf 54 Indexzähler sank, wuchsen die Exporte im Januar schneller als prognostiziert.