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Ein starkes Pfund: Großbritanniens Einlenken stärkt die heimische Währung (© Getty Images)
Devisenmärkte
01.12.2017

Euro testet alte Höhen nur kurz. USD/JPY im Auftrieb. EUR/CHF klettert. Eine Zustimmung des Senats zur Steuerreform würden US-Dollar vermutlich Auftrieb geben.

Die europäische Gemeinschaftswährung ging mit deutlichem Rückenwind in die zurückliegende Berichtswoche. Die anhaltend erfreulichen Konjunkturdaten aus der Eurozone (unter anderem Ifo-Rekordhoch) schob EUR/USD zum Wochenbeginn bis fast auf 1.1950. Die Zurückeroberung dieser Marke währte allerdings nur kurz. Denn das auf breiter Flur positive Sentiment im Dollar-Raum brachte das Leitwährungspaar unter Druck: So konnte die US-Wirtschaft im dritten Quartal um 3,3 % auf annualisierter Basis expandieren. Das positive Statement von Fed-Präsidentin Janet Yellen zur Wirtschaftsentwicklung sowie die Ankündigung designierten Feds-Chefs Jerome Powell bei seiner Anhörung im US-Senat, den graduellen Zinserhöhungskurs fortzusetzen, bescherten dem US-Dollar ein Comeback. Zudem konnten wesentliche Fortschritte bei der US-Steuerreform, auf den Weg gebracht werden. EUR/USD gab deshalb auf 1.1840 nach und könnte in der nächsten Woche weitere Verluste verbuchen. Ein starker ISM-Index (01.12.) sowie eine Zustimmung des Senats zur Steuerreform würden dem US-Dollar vermutlich weiter Auftrieb geben.

EUR/GBP notiert bei 0,8821 und ist im Vergleich zur vorherigen Berichtswoche um 0,7 % gesunken. Für Erleichterung unter den Anlegern sorgte derweil die Nachricht am Dienstag, dass man sich auf einen Grundriss des EU-Austrittsdeals Großbritanniens geeinigt hatte. Dies schlug sich deutlich in einer Stärkung des Pfunds und einer Abwertung von EUR/GBP auf unter 0,89 nieder. Trotz der Einigung auf eine Erhöhung der Austrittszahlungen (inoffiziellen Berichten zufolge einigte mach sich auf 45 bis 55 Mrd. Euro) könnte die Freude darüber schnell verfliegen, denn bis zur Frist am Montag sollte neben den Austrittszahlungen auch der Streitpunkt der Nordirlandgrenze geklärt werden. Dies könnte wieder zu einer Verzögerung der zweiten Verhandlungsrunde führen, in der unter anderem vereinbart werden soll, unter welchen Bedingungen der Handel mit der EU stattfinden wird, und somit Unsicherheit mit sich bringen.

USD/JPY notiert aktuell bei 112,21. Im Vergleich zur Vorwoche stieg der Währungskurs um 0,9 %. Die veröffentlichten BIP-Daten aus den USA für das dritte Quartal übertrafen mit 3,3 % (Q/Q, annualisiert) die Prognosen der Analysten und stärkten den Dollar gegenüber dem Yen, nachdem das Währungspaar in den vorigen Tagen sich vor allem seitwärts bewegt hatte. Selbst der bis dato stärkste Raketentest der Nordkoreaner ließ die Märkte unbeeindruckt, da dies in Washington zwar zur Kenntnis genommen, aber eine aggressive Gegenreaktion ausblieb. Die weiteren Entwicklungen in der US-Steuerreform (s. oben) und auch die ISM-Daten (01.12.) sollten beobachtet werden.

EUR/CHF konnte in dieser Woche mit 1,1725 nicht nur ein Jahres-, sondern auch ein Allzeithoch seit der Aufhebung des Mindestkurses von 1,20 im Januar 2015 erklimmen. Somit setzt der Euro seinen im Sommer beginnenden Aufwärtstrend gegenüber dem Schweizer Franken fort.