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Innovativ: Dermalog-Scanner für Fingerabdrücke (© Getty Images)
Ranking
27.11.2017

Die „Wirtschaftswoche“ hat anhand der Analyse von 3500 Unternehmen eine Rangliste erstellt. Die Ergebnisse des Rankings zeigen eine deutliche Start-up-Mentalität bei Mittelständlern in Städten und auf dem Land auf.

Als 2015 hunderttausende Flüchtlinge nach Deutschland strömten, kamen die Behörden mit der Registrierung der Neuankömmlinge nicht hinterher. Dringend benötigt wurden Ideen, die bei der Identifizierung helfen könnten. Günther Mull vom Hamburger Unternehmen Dermalog hatte so eine. Sein Unternehmen entwickelte einen Scanner zur blitzschnellen Registrierung von Flüchtlingen durch Fingerabdrücke. Zwei Jahre später heimst Mull die Meriten für seine Idee ein. Dermalog ist für die „Wirtschaftswoche“ einer der 25 innovativsten Mittelständler Deutschlands (Die komplette Liste finden Sie hier).

Um die Innovationschampions im deutschen Mittelstand zu identifizieren, hat das in Düsseldorf ansässige Magazin die Münchner Beratung Munich Strategy Group (MSG) damit beauftragt, 3500 Unternehmen zu analysieren. Dazu gehört die Auswertung von Jahresabschlüssen und Präsentationen wie auch Befragungen von Geschäftsführern, Kunden und Konkurrenten. Auch die Umsatz- und Gewinnentwicklung flossen in das Ergebnis ein. Aus allen Ergebnissen errechnete MSG einen Innovationsscore, der sich zu zwei Dritteln aus der Innovationskraft und zu einem Drittel aus der Umsatz- und Gewinnperformance zusammensetzt und damit eine Aussage über die Erneuerungskraft der Mittelständler erlaubt.

Die innovativsten Mittelständler des Jahres 2017 kommen aus ganz unterschiedlichen Branchen. So konnte im Segment Health-Care die Firma Stochert überzeugen. Das Unternehmen geht neue Wege in der Schmerztherapie und entwickelt Geräte, die beim Patienten statt einer risikoreichen Vollnarkose eine lokale Betäubung erlauben. Im Bereich Sanitär ragte Frank Richter, Chef des Badmöbel-Herstellers Duravit, mit dem höchsten Innovationscore heraus. Das Unternehmen aus dem Schwarzwald hat eine „smarte Toilette“ entwickelt, die medizinische Standarddaten misst. Das Wasser zum Duschen weicher zu machen, damit war Hansgrohe mit der Technologie „AirPower“ erfolgreich – der Duschkopf reichert dafür das Wasser mit Luft an. Schon ein Dauergast im Ranking ist das Unternehmen Rational, das Kombidämpfer anbietet, die in Großküchen Verwendung finden.

Carl Kühne mit „Katerkiller“-Gurken

Im Ranking finden sich auch zahlreiche Lebensmittelhersteller wie der Müsli-und Trockenfrüchteanbieter Seeberger. Dessen „Gemüsechips“ für Gesundheitsbewusste kamen im Handel gut an. Dabei im Ranking ist auch Carl Kühne aus Hamburg. Der Essig- und Feinkostwarenhersteller fällt regelmäßig durch Produktinnovationen und originelle Marketingideen auf. So vermarktet Kühne Gewürzgurken als „Katerkiller“, speziell zu Silvester und im Karneval. Die Ergebnisse des Rankings zeigen deutlich auf, dass Start-up-Mentalität nicht nur in den Accelerator-Büros in Berlin, sondern vor allem bei Mittelständlern in Städten und auf dem Land zu finden sind. Fast jeder zweite deutsche Mittelständler bringt binnen eines Jahres eine Produkt- oder Prozessinnovation auf den Markt – ein Rekordwert in Europa.

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