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Durch Technologien wie 3D-Druck legte der TecDAX stark zu (© Getty Images)
Aktienmärkte
17.11.2017

„Die ernüchternden Quartalszahlen führen zu einer weiteren Konsolidierung“, sagt Jan Edelmann. Tec-Indizes rücken dank Technologien wie 3D-Druck in den Fokus.

Dem deutschen Leitindex DAX geht nach dem rasanten Kursanstieg der letzten Wochen die Luft aus. Das vor kurzem noch erreichte Allzeithoch von 13.526 Punkten rückt in weite Ferne. Der DAX notiert derzeit bei 13.059 Zählern. Eurostoxx 50 und S&P 500 verlieren ebenfalls zur Vorwoche und notieren derzeit bei 3.574 (-2,7 %) beziehungsweise 2.565 Zählern (-0,6 %).

Das Wachstum der größten europäischen Volkswirtschaften hält auch im dritten Quartal weiter an: Die Eurozone wächst um 0,6 %, Deutschland sogar um 0,8 % (jeweils QoQ). Für den Oktober meldet das US-amerikanische Statistikamt eine Inflationsrate von 2 % (YoY). Im Gegensatz zu den Konjunkturdaten waren von politischer Seite keine positiven Meldungen zu lesen: Die Bildung einer Jamaika-Koalition ist noch in weiter Ferne und auch der Optimismus einer noch in diesem Jahr gelingenden Steuerreform in den USA – welcher wir einer Schlüsselrolle bei der künftigen Entwicklung der Aktienmärkte beimessen – ist verflogen. Der Entwurf des Senats und der des Repräsentantenhauses weichen für eine Einigung noch zu sehr voneinander ab. Auch über die Finanzierbarkeit dieser Reform wird noch gestritten.

Die kräftigen Konjunkturdaten konnten den ernüchternden Bilanzen der Unternehmen und der daraus resultierenden anhaltenden Konsolidierung an den Aktienmärkten nicht entgegenwirken. Die Berichtssaison steht nun kurz vor dem Ende und die in dieser Berichtswoche veröffentlichten Unternehmensbilanzen konnten das Ruder, vor allem im DAX, nicht herumreißen. Dies führte zu weiteren Kurskorrekturen beim DAX und Eurostoxx. Nach wie vor wurden die Prognosen hinsichtlich der Umsätze geschlagen, aber die Gewinnerwartungen der Analysten zumindest im DAX (-3,1 %) und Eurostoxx (-1,8 %) verfehlt.

Bis Anfang 2015 verliefen die Indizes des DAX und TecDAX noch im Gleichschritt, aber ab dann konnte der TecDAX signifikantere Zugewinne als der Blue-Chip-Index verzeichnen. Wie lässt sich dies erklären? Das „Internet der Dinge“ und die Industrie 4.0 haben unter anderem dazu beigetragen, dass es innovative Technologien in die Produktionshallen der Unternehmen geschafft haben und sich noch weiter etablieren werden, wie beispielsweise der 3D-Druck. Inzwischen lassen sich nicht nur einfache Kunststoffe, sondern auch Metalle, organische Materialien, Lebensmittel und Sportschuhe mittels additiver Verfahren produzieren. Wo früher noch gefräst wurde, werden Materialien schon heute effizienter in der Produktion genutzt. Dies begründet das Wachstum der Tec-Aktien.