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Robotertechnik ist eine Branche, die Wachstum verspricht (©GettyImages)
Wealth Management
20.10.2017

Senior Sales Manager Jochen Staat von Pictet Asset Management setzt auf Themenfonds. Robotertechnik, Digitalisierung sowie Sicherheitstechnik seien seiner Meinung nach für Anleger aussichtsreiche Investments.

Robotics, Digital, Sicherheit, aber auch Wasser und Holz – weshalb legt Pictet Asset Management recht eng gefasste Themenfonds auf?
Jochen Staat: Wir arbeiten mit dem Copenhagen Institute for Future Studies zusammen, das weltweit 14 Megatrends identifiziert hat. Diese versuchen wir mit entsprechenden Zukunftsinvestments abzudecken, weil wir dort ein überdurchschnittliches Wachstum vermuten. Aus dem jeweiligen Aktienuniversum selektiert das Fondsmanagement Unternehmen heraus, die hoffentlich zu den Gewinnern der Zukunft gehören. Ein solches Portfolio wird sinnvoll mit meist 40 bis 70 verschiedene Titel abgedeckt. Dieses Konzept verfolgen wir seit 1995. Damals haben wir den ersten Biotech-Fonds aufgelegt. Das war, bevor die ersten Genome entschlüsselt waren. Wir haben ebenfalls einen Wasserfonds aufgelegt, weil wir glauben, dass Wasser ein hohes und immer begehrteres Gut wird. Aktuelle Trends sind Robotertechnik und Automatisierung, Digitalisierung sowie Sicherheitstechnik.

Themenfonds-Experte: Jochen Staat, Senior Sales Manager, Pictet Asset Management (©Pictet Asset Management)

Themenfonds-Experte: Jochen Staat, Senior Sales Manager, Pictet Asset Management (©Pictet Asset Management)

Wie definieren Sie diese Fonds zu den Trends?
Jochen Staat: Zuerst prüfen wir, ob es für ein bestimmtes Thema überhaupt genügend Titel mit entsprechender Marktkapitalisierung gibt. Beim Wasserfonds gibt es etwa 870 Werte, da ist die Auswahl groß. Bei einem Robotic-Fonds ist das Universum enger, da liegen wir bei etwa 250 Titeln, die infrage kommen.

Welche Kriterien müssen die Werte erfüllen, um in den Fonds aufgenommen zu werden?
Jochen Staat: Es geht unter anderem darum, Unternehmen zu finden die beispielsweise ein Alleinstellungsmerkmal haben. Wir versuchen, die Unternehmen zu finden, die sich am Markt durchsetzen. Natürlich achten wir auf klassische Kennziffern: Umsatz, Cashflow, Einnahmen, Kosten. Der Fondsmanager schaut sich das Unternehmen auch vor Ort an. Generell versuchen wir neben großen Unternehmen auch kleine und mittlere Unternehmen in unserer Allokation zu berücksichtigen. Die Auswahl treffen unsere Expertenteams, das sind jeweils drei bis fünf Fondsmanager, die teilweise aus der jeweiligen Industrie kommen und sich in dem Bereich sehr gut auskennen – das ist ein Vorteil.

Laufen sich Trends auch manchmal tot?
Jochen Staat: Langfristige Trends entwickeln sich oft über Jahrzehnte. Aus einem im Jahr 1997 aufgelegten Telekom-Fonds wurde der Pictet-Digital, der in die neue webbasierte Welt investiert. Damals war das Universum auf die Telefonie ausgerichtet. Heute geht es um die Digitalisierung und neue aufstrebende Unternehmen, die so erfolgreich wie Apple, Amazon und Co. werden wollen. So ein Investment lebt und kann sich mit den Jahren auch etwas verändern beziehungsweise den Marktgegebenheiten anpassen.

Wie ist die Performance der Themenfonds?
Jochen Staat: Diese ist nachhaltig sehr gut. Als Vergleichsmaßstab zum weltweiten Aktienindex MSCI World liegen in diesem Jahr bislang alle Fonds über dieser Benchmark. Ähnliches kann auch teilweise für einen Zeitraum von drei und fünf Jahren aufgezeigt werden.

Die Branchen sind sehr eng gefasst – steigt dadurch das Risiko?
Jochen Staat: Wir betrachten diese Fonds nicht als Core-Investment, sondern als interessante Beimischung zu einem klassischen Portfolio.

Viele Firmen stammen aus den USA – wie gehen Sie mit dem Währungsrisiko um?
Jochen Staat: Gerade bei den Technologiefirmen haben wir einige US-Unternehmen in den Fonds, die natürlich in US-Dollar notieren. Das kann ein Risiko sein – aber auch eine Chance, die der Portfoliodiversifizierung dient.

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