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Die FED wird ihre Bilanzsumme reduzieren (© Getty Images)
Rentenmärkte
21.09.2017

„Die Bilanzsummenreduzierung der Fed dürfte positiv für die Renditeentwicklung sein. Sie wird zudem aufgrund ihres geringen Umfangs keine Schockwirkung an den Finanzmärkten hervorrufen“, sagt Jan Edelmann.

Die Fed ließ, wie von der Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet, die Fed Funds Rate in der Bandbreite zwischen 1,00 % - 1,25 %. Der nächste Zinsschritt dürfte unseres Erachtens, wie auch schon im vergangenen Jahr, zu Weihnachten erfolgen. Die amerikanischen Zentralbanker machten allerdings in ihrer Stellungnahme klar, dass die Zinsanhebung im Dezember noch nicht in Stein gemeißelt ist. Bereits im Oktober will die Fed damit beginnen, ihre Bilanzsumme zu reduzieren. Dabei plant die US-Notenbank die Bilanzsumme pro Monat um 10 Mrd. US-Dollar zu kürzen. Alle Fälligkeiten darüber hinaus werden am Kapitalmarkt reinvestiert. Dies dürfte zwar tendenziell positiv für die Renditeentwicklung sein, dennoch sollte dies aufgrund des geringen Umfangs von 0,22 % der gesamten Bilanzsumme keine Schockwirkung für die Finanzmärkte haben.

Ein Indiz dafür ist, dass der „Marktanteil“ der Fed bereits seit einiger Zeit rückläufig ist, ohne dass dies zu Problemen – sprich deutlich steigenden Renditen – geführt hätte. Vor der Krise hielt die Fed etwa 18,5 % der ausstehenden US-Staatspapiere. Die massiven Anleihekäufe der Fed haben den Anteil der Notenbank bis auf knapp 20 % im August 2014 getrieben. Mittlerweile beträgt dieser nur noch 17,5 % und damit weniger als vor Beginn der Staatsanleihekäufe. Zugleich wurden turnusgemäß die aktualisierten Prognosen für Wachstum, Preis- und Arbeitsmarktentwicklung, welche auch erstmalig Projektionen für 2020 enthielten, veröffentlicht. Die US-Notenbanker erwarten Vollbeschäftigung über den gesamten Prognosezeitraum hinweg. Die Preisentwicklung ebenso wie das Wirtschaftswachstum dürften sich in den kommenden Jahren um das Niveau von 2 % bewegen.

Auch die Bank of Japan (BoJ) beließ den Leitzins auf dem derzeitigen Niveau. Der Strafzins auf Teile der Überschussreserven, der Einlagensatz, blieb bei -0,1 %. Vor einem Jahr hat die japanische Notenbank zu dem bestehenden QE-Programm die YCC (Yiled-Curve-Control) eingeführt, um das Inflationsziel zu erreichen. Heute ist die Teuerungsrate mit 0,5 % (YoY) weit unter der angepeilten 2 %-Marke. Mit Blick auf die Inflationsprognosen ist ein Ende der expansiven Geldpolitik noch lange nicht in Sicht. Daher ist sie von allen großen Zentralbanken derzeit am weitesten davon entfernt, ihre Geldpolitik zu normalisieren.

Für eine Überraschung könnte die für Freitag (22.09.) geplante Rede zum Brexit von Premierministerin Theresa May sorgen. Mays EU-Berater, Olly Robbins, versicherte den EU-Vertretern, dass in der Rede erste Zahlen zur Austrittszahlung erwähnt werden. Sollten die Zugeständnisse die EU beschwichtigen, könnten sich die Investoren wieder riskanteren Anlagen widmen und die Renditen zunehmen lassen.

Die Renditen stiegen auch in dieser Woche weiter: Bund- und US-Renditen legten auf 0,47 % bzw. 2,27 % zu. In der kommenden Woche dürften auch wieder vermehrt die fundamentalen Daten in den Vordergrund rücken. So stehen u.a. die PMI-Daten für Länder der Eurozone zur Veröffentlichung an.