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Der Euro zeigt sich weiter fest (© Getty Images)
Rentenmärkte
25.08.2017

„Der feste Euro macht Anlagen in der Eurozone attraktiver“, so Sintje Boie, Analystin der HSH Nordbank.

Die Staatsanleihemärkte bleiben gut unterstützt. Dafür sorgt zum einen die politische Großwetterlage: Terroristische Anschläge in Europa und ein schwelender Konflikt mit Nordkorea. Zum anderen macht der feste Euro Anlagen in der Eurozone attraktiver. In diesem Umfeld verlieren die Konjunkturindikatoren bei den Marktteilnehmern an Bedeutung.

So ist die Industrieproduktion (Juli) in den USA mit einem Anstieg im Vergleich zum Vormonat von nur 0,2 % wenig überzeugend ausgefallen. Gleiches gilt für die Kapazitätsauslastung, die unverändert mit 76,7 % veröffentlicht wurde. Auch die regionalen Geschäftsklimaindizes signalisierten einen Rückgang der Aktivität. Dagegen konnte das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan überraschend stark zulegen.

Das Protokoll der EZB-Sitzung vom 20. Juli 2017 ergab wenig Neues: Die Inflationsraten in der Eurozone sind gemessen am Preisziel zu niedrig, dürften aber aufgrund des robusten Aufschwungs in der Eurozone längerfristig anziehen. Darüber hinaus werden die Inflationserwartungen als verankert angesehen. Anlass zur Sorge ist für die Währungshüter die Möglichkeit eines Überschießens des Wechselkurses. Damit bringt die EZB erstmals offiziell zum Ausdruck, dass sie die zuletzt zu beobachtende Aufwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar kritisch sieht. Ein stärkerer Euro verbilligt Einfuhren in die Eurozone und birgt damit Deflationsrisiken, während die Notenbank mit ihrem QE-Programm versucht, die Inflationsraten in Richtung Preisziel zu erhöhen.

Das Verarbeitende Gewerbe in der Eurozone präsentiert sich den Einkaufsmanagerindizes (PMI-Indizes) zufolge als dynamisch – insbesondere in Deutschland. Im Dienstleistungssektor wird die Aktivität als nicht ganz so hoch angesehen. Der Index für Frankreich ist sogar leicht zurückgegangen. Insgesamt weist die gute Stimmung jedoch auf eine spürbar expandierende Wirtschaft hin.

Vom 24. bis 26. August 2017 steht wieder das alljährlich stattfindende Treffen der Notenbanker und führender Wirtschaftsgrößen in Jackson Hole auf dem Programm. Wir erwarten uns davon keine großen Ankündigungen seitens Draghi und Yellen in Bezug auf eine Neuausrichtung der Geldpolitik (siehe Kommentar).

Die kommende Woche bietet wieder mehr Spannendes von der Datenfront. So kommt am 25.8. der ifo-Geschäftsklimaindex. Dieser könnte im August leicht rückläufig sein, ausgehend von der Erwartungskomponente. Das sollte jedoch angesichts des Rekordniveaus noch nicht einmal ein Stirnrunzeln bei den Anlegern auslösen. Des Weiteren liegt der Fokus auf den Preisdaten. In den USA wird der Preisindex für die Konsumausgaben (PCE Deflator) veröffentlicht, in der Eurozone die Schätzung der Verbraucherpreise für August. In beiden Währungsräumen sollte die Preisentwicklung noch nicht die Dynamik zeigen, die sich die Notenbanken vorstellen. Und dann kommt in den USA der Arbeitsmarktbericht für August und der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe. Von beiden Seiten erwarten wir uns positive Signale, aber das reicht wohl nicht aus, um die Renditen der Staatsanleihen spürbar ansteigen zu lassen.