SUCHE

An den Aktienmärkten herrscht Sommerflaute (© Getty Images)
Aktienmärkte
25.08.2017

„Beim S&P 500 stehen alle Zeichen gegenwärtig auf ein vorläufiges Ende der Rekordfahrt“, sagt HSH Nordbank-Analyst Jan Edelmann.

Auf den Aktienmärkten herrscht Sommerflaute. Die von uns betrachteten Indizes (DAX, S&P 500 und Euro Stoxx 50) notieren im Wochenvergleich nahezu unverändert. Auffällig ist, dass der DAX seit rund einem Monat bei rund 12.200 Punkten auf der Stelle tritt, nachdem dieser seit Ende Juni rund 750 Punkte verloren hat. Auch beim amerikanischen S&P 500 stehen alle Zeichen gegenwärtig auf ein vorläufiges Ende der Rekordfahrt. Mit knapp 2444 Punkten notiert der Index rund 40 Punkte unterhalb seines bisherigen Höchststandes.

Es stellt sich daher die grundsätzlich die Frage, ob in den kommenden Wochen eine breiter angelegte Konsolidierungsphase beim S&P 500 auf eine Phase der Rekordjagd folgen könnte. Die Grafik unten zeigt die Bewertungsniveaus von S&P 500 und DAX basierend auf diversen Fundamentalwerten (z.B. KGV und KBV). Die historischen Durchschnittsbewertungen, die im Bereich von 0,9 bis 1,1 liegen, zeigen, dass sich die Indizes in der Zeitreihe tendenziell im Gleichschritt bewegen. Die Phasen, in denen sich die Indizes in verschiedene Richtungen entwickeln, wie beispielsweise seit Ende Juni diesen Jahres, waren seit längerer Zeit nicht zu beobachten. Die Fundamentalwerte des DAX haben sich nach einer Zeit der Überbewertung im Vergleich zum S&P 500 wieder gefangen. Der S&P 500 ist im Gegensatz zum DAX laut Modell teurer. Andererseits ist die Schwankungsintensität an den Märkten so niedrig wie seit vielen Jahren nicht mehr. Dies stellt für viele Privatanleger eine willkommene Entwicklung dar und könnte durchaus auch weitere bisher weniger stark investierte Anleger anziehen. Die Grafik bildet allerdings nur Index-spezifische Fundamentalwerte ab. Externe Einflussfaktoren wie das Zinsniveau oder der Wechselkurs werden im Modell nicht berücksichtigt.

Von konjunktureller Seite aus gab es in dieser Woche durchwachsene Meldungen: die ZEW-Konjunkturerwartungen fielen für den August zum dritten Mal in Folge und liegen mit zehn Punkten rund 58 Prozent unter dem langfristigen Mittelwert. Die Einschätzung zur konjunkturellen Lage hat sich jedoch um 0,3 Punkte auf 86,7 Punkte erhöht. Dieser gegenläufige Trend spiegelt sich auch in den Daten für die Eurozone wider: Der Index der Erwartungen fällt weniger stark im Vergleich zum deutschen Index um 6,3 Punkte auf 29,3 Punkte und die aktuelle Lage steigt um rund 34 Prozent im Vergleich zum Juli auf 38,4 Punkte. Zum Ausgleich wartete der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer mit steigenden Auftragseingängen von knapp sechs Prozent im ersten Halbjahr auf.

In der kommenden Woche rücken wieder vermehrt die fundamentalen Daten in den Vordergrund. So wird der Ifo-Geschäftsklimaindex mit Spannung erwartet. Es wird erstmalig diesen Jahres ein Fallen des Index erwartet, nachdem dieser im laufenden Jahr ausschließlich anstieg und zuletzt bei 116 Punkten lag. Zudem steht in der kommenden Woche die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts (1.9.) an. Sollte der Report ähnlich hervorragende Zahlen ausweisen wie im Juli, dürften die amerikanischen Aktienindizes kurzfristig davon profitieren.