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Gebannt verfolgen Nordkoreaner die Übertragung eines Raketentests (© Getty Images)
Aktienmärkte
01.09.2017

„Risk-Off Bewegungen verleiten Anleger dazu aus europäischen Aktien zu flüchten“, sagt Jan Edelmann. Der DAX fällt unter 12.000 Punkte. Zuspitzung auf der koreanischen Halbinsel sorgt die Anleger. Aus Jackson Hole wenig Neues.

Die Aktienmärkte haben in der vergangenen Woche einen kräftigen Rückschlag hinnehmen müssen. Während die führenden Notenbanker in Jackson Hole keine neuen Einblicke in ihre künftige Geldpolitik gaben, lastete ein erneuter nordkoreanischer Raketentest auf den Märkten. Der S&P 500 liegt bei 2458 Punkten. Auf europäischer Seite waren die Rückschläge noch stärker: Der Dax fiel unter die Marke von 12.000 Punkten und notiert damit um 1,1 % im Minus, während der Euro Stoxx 1,01 % verlor.

Die Reden von Janet Yellen und Mario Draghi in Jackson Hole verliefen wie erwartet: Beiden ist es gelungen, sich keine Einschätzungen zur weiteren Ausrichtung der Geldpolitik sowohl dies- als auch jenseits des Atlantiks entlocken zu lassen. Damit ließen sie quasi ihre Auftritte zu einer Art Non-Event verkommen. Die Aktienmärkte reagierten darauf kaum. Dagegen setzten die jüngsten nordkoreanischen Raketentests die Märkte in Aufruhr. Dem ersten Raketentest folgte ein zweiter am frühen Dienstagmorgen, der den Flugkörper auch über japanisches Territorium fliegen ließ. Man könnte fast annehmen, der nordkoreanische Machthaber war unzufrieden damit, dass es auf die Tests der Kurzstreckenraketen tags zuvor keine internationalen Reaktionen gab, so dass nun mit einer weiteren Provokation nachgelegt werden musste. An den Kapitalmärkten verfehlte diese Maßnahme ihre Wirkung nicht: Die Investoren gingen in den Risk-off-Modus, wie auch an der Entwicklung des Goldpreises zu erkennen ist. So notierte Gold in den Handelsstunden nach dem Raketentest bei 1327 US-Dollar/Feinunze – so hoch wie zuletzt vor den US-Präsidentschaftswahlen im vergangenen November. Es ist möglich, dass sich der Goldpreis in den kommenden Tagen auf diesem hohen Niveau hält, denn eine weitere Eskalation des Konfliktes in der Region ist nicht auszuschließen. Entsprechend dürfte sich die Inverse an den Aktienmärkten widerspiegeln.

In den USA wird man sich jetzt erst einmal mit den Folgen des Hurrikans Harvey in Texas auseinandersetzen müssen. Der Wirbelsturm Harvey hat in den vergangenen Tagen weite Teile des Südosten Texas‘ und im Südwesten Louisianas verwüstet und für Überschwemmungen gesorgt. Die meisten Unternehmen haben den Betrieb eingestellt. Die Folgen für die Wirtschaft, insb. für die lokale Ölindustrie, dürften verheerend sein. Auch Rückversicherer werden mit den Folgen des Wirbelsturms zu kämpfen haben.

Angesichts des robusten Wachstums der Weltwirtschaft sind die Aussichten für die nächste DAX-Dividendensaison sehr vielversprechend: 27 Unternehmen dürften ihre Dividenden anheben. Allerdings könnten sich die Markterwartungen hinsichtlich eines Anstiegs der DAX-Dividendensumme gegenüber. dem Vorjahr um 12 % vor dem Hintergrund der jüngsten Euro-Stärke als zu optimistisch erweisen. Die DAX-Dividendensumme sollte mit 35,4 Mrd Euro 12 % höher sein als die Ausschüttungen für das Geschäftsjahr 2016. Zudem hat SAP angekündigt, Aktien in Höhe von 500 Mio Euro zurückzukaufen. Nach Adidas, Allianz, Deutsche Börse, Munich Re und Siemens ist SAP damit bereits das sechste DAX-Unternehmen, bei dem derzeit ein Aktienrückkaufprogramm läuft. Haupttreiber für diese positive Entwicklung der Dividenden ist die gute Verfassung der Weltwirtschaft. Störfeuer für den DAX-Dividendenausblick kommt allerdings vom starken Euro, der gegenüber dem US-Dollar, dem britischen Pfund und dem chinesischen Yuan im vergangenen Quartal um 5 % aufgewertet hat.