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Ermittlungen gegen Daimler (hier: Konzernchef Zetsche) belasten den Aktienkurs (© Getty Images)
Aktienmärkte
21.07.2017

„Der aufgewertete Euro wird als Belastungsfaktor für die exportorientierte deutsche Wirtschaft betrachtet“, so HSH Nordbank-Analyst Jan Edelmann.

Der S&P 500 hat mit 2473 Punkten ein neues Rekordhoch erklommen, nachdem die ersten im Index gelisteten Unternehmen ihre Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt haben. Auch der amerikanische Technik-Index Nasdaq notiert gegenwärtig auf einem Allzeithoch von 6385 Punkten. Die bisherigen Ergebnisse (S&P 500: 47 Ergebnisse liegen vor) sind im Allgemeinen besser als erwartet: 80% der Firmen haben die Einschätzungen bzgl. Gewinn- und Umsatzentwicklung geschlagen. Bei Finanzdienstleistern sind es sogar rund 90 %. Bemerkenswert hier ist, dass Gewinn- und Umsatzsteigerungen bei den Universalbanken vor allem im Retail- und M&A-Divisionen erzielt wurden und nicht wie in den vorangegangen vier Quartalen in den Handelsräumen der Häuser. Aktuell ist der Fokus auf die Quartals- und Halbjahresergebnisse auch deshalb besonders hoch, weil die konjunkturellen Stimmungsindikatoren gegenwärtig auf (lokalen) Höchstständen notieren und die Marktteilnehmer auf eine Bestätigung durch harte Daten warten. Der Volatilitäts-Index (VIX) gab in dieser Woche erneut nach und liegt aktuell mit einem Wert von 9,9 auf dem niedrigsten Niveau überhaupt, seit Einführung der Messungen zur Schwankungsintensität des S&P 500 Index. Dies ist einerseits angesichts der nach wie vor nicht zu vernachlässigenden politischen Unsicherheiten besorgniserregend, weil dies auch Ausdruck einer hohen Selbstzufriedenheit von Investoren ist.

Der DAX gab in dieser Woche um 1% nach und steht derzeit bei 12542 Punkten. Ursächlich hierfür war vor allem die Aufwertung des Euro gegenüber. dem US-Dollar (siehe Seite 5), welche als Belastungsfaktor für die exportorientierte deutsche Wirtschaft betrachtet wird. Allerdings standen vor allem die Aktien der Automobilkonzerne Daimler, BMW und Volkswagen sowie Siemens in den vergangenen Tagen unter Druck. Bei den Automobilunternehmen dürften die Ermittlungen wegen zu hoher Stickoxidwerte den Kurs belastet haben. In den nächsten Tagen dürfte sich der Fokus der DAX-Anleger verstärkt auf die Quartalszahlen richten. Bereits am Morgen (20.7.) legte der Walldorfer Softwarekonzern SAP in einer Pflichtmitteilung seine Zahlen offen. Die Aktie gab um knapp 0,5 % nach, da der Konzern die Analystenerwartungen lediglich beim Umsatzwachstum verfehlte. Der Umsatz des Software-Konzerns lag im zweiten Quartal mit 5,78 Mrd. Euro etwa 2% oberhalb der Erwartungen.

Enttäuschungen bei der Quartalberichterstattung sind natürlich nicht ausgeschlossen. So könnten u.a. die Unternehmen aus den Bereichen Grundstoffe an den im Vergleich zu Jahresbeginn signifikant gefallenen Ölpreisen zu knabbern haben. Zwar dürfte der Ölpreisrückgang auf der Kostenseite für Entlastung sorgen, aber ebenso die Margen für die eigenen Produkte unter Druck setzen. Deshalb werden die in der nächsten Woche veröffentlichten Zahlen der DAX-Schwergewichte Bayer und BASF mit Spannung erwartet. Gemeinsam machen die beiden Unternehmen etwa 17% des DAX aus, sodass die Entwicklung in der kommenden Woche stark von diesen beiden Ergebnissen abhängig sein wird.