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An der Frankfurter Börse bleibt es spannend. (© Getty Images)
Aktienmärkte
28.07.2017

„Auch für den weiteren Verlauf der Berichtssaison wird erwartet, dass vor allem europäische Unternehmen erfreuliche Zahlen vorweisen werden“, so HSH-Nordbank-Analyst Jan Edelmann.

Die Aktienmärkte erhielten in den vergangenen Tagen Auftrieb von den positiven Entwicklungen konjunktureller Stimmungsindikatoren. So sorgte ein neues Rekordhoch des Ifo-Index (116 Punkte) für einen Zufluss von Kapital in Aktien. Auch erfreuliche Wachstumsdaten aus China wirkten unterstützend. Zuvor waren die Märkte von den Kartellvorwürfen gegen deutsche Autobauer erschüttert wurden. Aber auch die Aufwertung des Euro ggü. dem US-Dollar lastete auf den europäischen Aktienmärkten. Der Dax wird aktuell bei 12258 Punkten (-2,1 % ggü. der Vorwoche) gehandelt. Der Eurostoxx 50 notiert bei 3501 Punkten und der amerikanische S&P 500 nahe seinem Allzeithoch von 2480 Punkten.

Seit zwei Wochen stehen die Aktienmärkte zusätzlich unter dem Einfluss der Quartalsberichtssaison dies- und jenseits des Atlantiks. Abgesehen davon, dass die bisherigen Ergebnisse in den USA im Durchschnitt recht positiv ausfielen, wird auch für den weiteren Verlauf der Berichtssaison erwartet, dass vor allem europäische Unternehmen erfreuliche Zahlen vorweisen werden. Hierfür sprechen verschiedene Faktoren: Der Konsum in Europa, den USA und China war in den letzten drei Monaten gestiegen. Die Weltwirtschaft legt weiter zu, vor allem in Asien, wodurch viele deutsche Unternehmen eine weitere Belebung der Geschäfte verzeichnen. Im zweiten Quartal 2017 lag EUR/USD im Durchschnitt noch knapp 2,6 % unter dem Durchschnitt des Vorjahresquartals, was die Umsätze und Gewinne der deutschen Unternehmen begünstigt haben sollte. Im dritten Quartal wird dieser positive Effekt wohl wegfallen. Etwas gebremst haben dürfte, dass Ostern dieses Jahr im zweiten Quartal und nicht wie 2016 im ersten Quartal lag. Dies hatte den Vorjahresvergleich im ersten Quartal begünstigt und wird sich nun leicht negativ bemerkbar machen.

Die Einschätzung über die sieben von 30 veröffentlichten Dax-Ergebnisse fällt mäßig aus: Während die Autobauer hinter den Erwartungen zurückblieben, fielen die Ergebnisse im Pharma- und Chemie-Sektor gemischt aus. Während BASF Umsatz- und Gewinn im zweistelligen Prozentbereich steigern konnte und die Jahresprognose anhob, blieb Bayer hinter den Erwartungen zurück und senkte die Prognose. Ebenfalls sind die USA inmitten der Berichtssaison für das zweite Quartal. Die gestern veröffentlichten Umsatzzahlen von Facebook konnten die Analysteneinschätzungen übertreffen. Auch der Flugzeugbauer Boeing kehrte zurück in die Gewinnzone. Vieles spricht aktuell für eine Fortsetzung der soliden Quartalsberichterstattung in der Old- und New-Economy.

In der nächsten Woche steht unter anderem die Veröffentlichung der Quartalszahlen von Siemens und der Allianz an, womit dann für die sechs größten Unternehmen die Berichtssaison vorbei wäre. Bis zum 14. August sollten dann alle Ergebnisse vorliegen. Die Entwicklung des DAX wird also auch in den nächsten Wochen im Wesentlichen davon abhängen, ob in diesen Zahlen noch böse Überraschungen lauern oder nicht.