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Die erfreuliche Konjunkturlage schlägt sich auch im Handel nieder (© Getty Images)
Aktienmärkte
26.05.2017

„So stieg der Ifo-Index auf 114,6 Punkte, was laut Angaben des Instituts dem höchsten Wert seit 1991 entspricht“, sagt Patrick Harms, Analyst der HSH Nordbank.

Nach den Turbulenzen in den letzten beiden Wochen ist wieder etwas Ruhe an den Aktienmärkten eingekehrt. Die deutlichen Verluste, die die Kurse im Zuge der Kontroversen um die Russlandbeziehungen von US-Präsident Donald Trump hinnehmen mussten, konnten aber nur teilweise ausgeglichen werden. Der Eurostoxx 50 gewann 0,8 % im Vergleich zur Vorwoche (18.05.) hinzu und liegt gegenwärtig bei 3597 Punkten. Der DAX gewann per Saldo 0,5 % hinzu und liegt damit bei 12655 Punkten, was doch deutlich von den kürzlich erreichten Rekordständen von 12841 Punkten entfernt ist. Die in der letzten Woche zu beobachtenden Sprünge in den Volatilitätsindizes wurden vielfach bereits als Rückkehr der Angst an den Aktienmärkten interpretiert. Im Allgemeinen kehrten diese Indizes aber wieder zu Niveaus zurück, die deutlich unter dem historischen Durchschnitt liegen. Von konjunktureller Seite gab es vor allem in der Eurozone erneut erfreuliche Meldungen: So stieg der Ifo-Index auf 114,6 Punkte, was laut Angaben des Instituts dem höchsten Wert seit 1991 entspricht. Damit bestätigt sich das gute Bild der Eurozonen-Konjunktur, die nun bereits eine ganze Reihe an Daten vorweisen kann, die auf einen starken Aufschwung hindeuten. Für die Aktienmärkte auf dem Kontinent ergibt sich damit eine Kombination aus einem starken konjunkturellen Ausblick und einem deutlichen Rückgang der politischen Unsicherheit seit der Präsidentschaftswahl in Frankreich. Ein starkes Ergebnis für die in der letzten Woche ernannte französische Regierung bei den Parlamentswahlen, die am 11. Juni mit dem ersten Wahlgang beginnen, könnte das Vertrauen in die französische Wirtschaft noch einmal deutlich erhöhen.

Im S&P 500 gewannen beinahe alle großen Sektoren in der letzten Woche hinzu. Am stärksten legte allerdings mit knapp 2,8 % der Sektor Luftfahrt und Verteidigung zu. Im Zuge des Rüstungsdeals, den der US-Präsident bei seiner ersten Auslandsreise mit Saudi-Arabien vereinbart hat – der Deal soll Geschäfte in Höhe von 350 Milliarden US-Dollar innerhalb von 10 Jahren umfassen – verbesserten sich die Absatzaussichten der US-Verteidigungsbranche merklich. Ohnehin hat der Sektor seit der Präsidentschaftswahl viele andere Sektoren mit Kurszuwächsen von deutlich über 20 % outperformt. Es bleibt festzuhalten, dass die Trump-Euphorie an den Aktienmärkten teilweise schwindet – er ist durch die Untersuchungen in der Russlandfrage deutlich angeschlagen – aber sobald er tatsächlich Ergebnisse liefert, kehrt der Optimismus zurück.

Der Handel am Donnerstag (Christi Himmelfahrt) wird nur an einzelnen kleineren Börsen aufgrund des Feiertags ausgesetzt. An den europäischen Börsenplätzen sowie in London und New York gibt es keine Pause, am Montag ist in den USA allerdings der Memorial Day. In den nächsten Tagen wird auf eine Reihe von Konjunkturdaten in den USA zu achten sein: Sowohl ein neuer Wert für den ISM-Index (im verarbeitenden Gewerbe) als auch die Inflationszahlen für Mai werden in den USA veröffentlicht, die weitere Sicherheit für einen Zinsschritt im Juni geben könnten. Darüber hinaus könnte der G7-Gipfel auf Sizilien neue Erkenntnisse darüber liefern, ob die Staaten in Zukunft auf Kooperation oder Konfrontation im Welthandel setzen werden – mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Märkte.