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Kommunale Krankenhäuser
05.04.2016

Die akute Finanznot der deutschen Kommunen gefährdet überfällige Investitionen. Marktwirtschaftliche Lösungen können helfen, damit die gute Gesundheitsversorgung in Deutschland erhalten bleibt.

In kommunalen Krankenhäusern staut es sich an vielen Ecken – neue Investitionen sind notwendig. (Foto: picture-alliance / dpa)

Nach Untersuchungen des HSH Nordbank Researchs ist die technische Ausstattung kommunaler Krankenhäuser oft nicht auf dem neuesten Stand. Das erkennt man am Verhältnis von Buchwert zu Anschaffungskosten: Es liegt bei den von den Analysten untersuchten kommunalen Trägern nur zwischen 12 bis 37 Prozent. Bei den untersuchten Krankenhäusern aus dem privaten Sektor dagegen zeigt ein Wert zwischen 43 und 58 Prozent deutlich höhere Modernität.

Als Grund nennen die Analysten der HSH Nordbank, die viele Kunden aus der Gesundheitswirtschaft betreuen, dass privat finanzierte Krankenhäuser häufig Zugang zu externem Kapital haben. Das nutze sie, um zu modernisieren, beispielsweise in leistungsfähigere, computergestützte Technik oder Prozessoptimierungen. Das zahlt sich aus: Sowohl die Auslastung als auch die Effizienz der privaten Krankenhäuser ist im Vergleich höher als bei den kommunalen Häusern. Unterm Strich arbeiten die Privaten zu niedrigeren laufenden Kosten.

Anders die Lage im kommunalen Bereich: Dort sind per Gesetz Länder und Kommunen bei Investitionen in der Pflicht. Weil gerade die Kommunen selten über ausreichende Mittel verfügen, „stauen“ sich die Investitionen – zulasten von Modernität und Kosteneffizienz.

„Ein möglicher Ausweg ist eine Fremdfinanzierung der Investitionen“, sagt Markus Rosenbaum, Gesundheitswirtschafts-Experte der HSH Nordbank. Diesen Weg, den privaten Krankenhäuser ganz selbstverständlich wählen, nutzen die Kommunen eher selten, weil sie sich – wie gesetzlich vorgesehen – über Länder- und Kommunalhaushalte finanzieren. Grundsätzlich steht er ihnen jedoch offen. „Wer schlüssig darlegen kann, wie sich Einsparungen realisieren lassen, ist dabei klar im Vorteil“, so Rosenbaum. Als realistische Größe für Einsparungen aus Modernisierungsinvestitionen sieht er „fünf Prozent der Sach- und Personalkosten, zum Beispiel durch bauliche Maßnahmen in Kombination mit Prozessoptimierungen in Notaufnahme, OP oder Diagnostik.“