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26.11.2015

Die Zeit drängt, sagen Klimaexperten und rufen nach einem globalen Preis für Treibhausgas-Emissionen – andernfalls sei Klimaschutz unmöglich. Im Vorfeld der UN-Klimakonferenz fordert das Deutsche Klima-Konsortium ein couragiertes und schnelles Handeln auf weltpolitischer Ebene.

Professor Gernot Klepper leitet die Forschungsabteilung „Umwelt und natürliche Ressourcen“ am Institut für Weltwirtschaft in Kiel. (Foto: picture alliance / Sven Simon)

Vor dem UN-Klimagipfel in Paris haben sich die im Deutschen Klima-Konsortium (DKK) vereinten Wissenschaftler in einer mahnenden Erklärung geäußert: „Die Zeit, in der die Menschheit eine gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems noch verhindern kann, wird knapp. Der Stand der Wissenschaft ist eindeutig: Wir Menschen haben den größten Teil der beobachteten globalen Erwärmung verursacht – und der damit angestoßene Klimawandel birgt große, schwer abschätzbare Risiken.”

Zu den Unterzeichnern der Erklärung gehören namhafte Wissenschaftler der wichtigsten deutschen Forschungseinrichtungen zum Thema Klimawandel – darunter sind der Deutsche Wetterdienst, das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung, das Max-Planck-Institut für Meteorologie, das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung sowie die Universität Bremen.

IfW fordert Preismechanismus um Klimaziele einzuhalten

Mit dem Klimaökonomen Professor Gernot Klepper gehört auch ein Mitglied des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) dem DKK an. Um die Zwei-Grad-Grenze einhalten zu können, müssten die fossilen Brennstoffe Kohle, Öl und Gas bis zur Mitte dieses Jahrhunderts weitgehend durch alternative Energien ersetzt werden, rechnet der Experte vor und fordert eine Abgabe auf Emissionen einzuführen.

„Ohne einen Preis auf die Emissionen von Treibhausgasen wird ambitionierter Klimaschutz nicht möglich sein. Die Belastung kann durch eine Steuer auf Emissionen oder durch ein Emissionshandelssystem geschehen. Die Treibhausgase kennen keine Ländergrenzen, weshalb wirtschaftswissenschaftlich auch klar ist: Es muss ein weltweit eingeführter und einheitlicher Preis sein.“

Klepper erwartet nicht, dass sich die 196 Staaten in Paris auf eine Emissionsreduktion einigen werden. Die bisher freiwilligen Beschränkungen würden dazu führen, dass bis 2030 der Ausstoß an Klimagasen um weitere zehn Prozent steigen werde – nötig sei jedoch eine Senkung um 20 Prozent.

Allerdings bewertet Klepper die freiwilligen Maßnahmen auch positiv. Sie seien immerhin nachprüfbar und könnten damit neue Dynamik in den Klimaschutz bringen. Dafür sollte man sich in Paris zumindest auf ein gemeinsames Monitoring sowie einheitliche Messverfahren einigen, so Klepper.