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Hamburg 2020
15.04.2015

Zähflüssiger Verkehr und tägliche Staus auf den Autobahnen drohen ab 2020 in der Metropolregion Hamburg zum Dauerzustand zu werden. Das ist das Ergebnis einer Studie zur Verkehrsinfrastruktur vom Hamburger WeltWirtschaftsInstitut, die im Auftrag von Unternehmer Positionen Nord durchgeführt wurde.

Stau auf der Köhlbrandbrücke im Hafen von Hamburg.

Hohes Verkehrsaufkommen durch beladene Lastwagen auf der Köhlbrandbrücke im Hafen von Hamburg. (Foto: picture alliance / dpa)

Feierabend in der Metropolregion Hamburg bedeutet noch lange keine Entspannung. Für rund 320.000 erwerbstätige Pendler, die in Hamburg arbeiten und außerhalb wohnen, sind zähe Staus nichts Neues. Denn hohe Belastungsspitzen im Tagesablauf sind das Kernproblem der Straßeninfrastruktur in der Metropolregion Hamburg, wie die aktuelle Studie vom Hamburger WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) zeigt, die im Auftrag von Unternehmer Positionen Nord durchgeführt wurde. „Bei unverändertem Verkehrsverhalten, müssen wir davon ausgehen, dass Staus an der Tagesordnung sein werden“, erklärt Dr. Alkis Henri Otto, Senior Economist vom HWWI.

Die Region braucht gezielte Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur

„Die Verkehrssituation wird auf absehbare Zeit angespannt bleiben, aber wir glauben, dass Hamburg durch eine Reihe von Maßnahmen was tun kann, um die Verkehrssituation zu lindern“, beruhigt Prof. Dr. Otto.

Für das Forscherteam vom HWWI ist der Ausbau der Autobahnen nur bedingt zielführend. Weitere Spuren auf der A1 und A7 würden zwar zusätzliche Kapazitäten zu den Stoßzeiten schaffen, gleichzeitig jedoch kostspielige Investitionen an Autobahnkreuzen und Schnittstellen erfordern und die Überkapazitäten abseits der Stoßzeiten erhöhen. Denn im Gegensatz zu einer hohen Auslastung am Tag, sind die Autobahnen in den späten Abend- und Nachtstunden nur gering ausgelastet.

Marcus Kleiner, der Leiter der Abteilung Infrastructure & Rail bei der HSH Nordbank, kann von seinen Kunden bestätigen: "Was sie erwarten, ist, dass die bestehenden Straßen, Schienen- und Wasserwege instandgehalten werden und neueste technische Lösungen zum Einsatz kommen, damit diese Infrastruktur auch möglichst effizient genutzt werden kann."

Laut der Studie, sollte als Alternative Instrumente zur Steuerung und Verteilung der Verkehrsflüsse auf unterschiedliche Verkehrsträger, über eine tageszeitabhängige Autobahnmaut nachgedacht werden. So wird die Nutzung der Straßen zu den Hauptverkehrszeiten verteuert und zu ruhigeren Zeiten vergünstigt oder kostenfrei ermöglicht. Auch die Gebühren für den Nachtverkehr könnten somit ein Anreiz sein, den Güterverkehr auf die Nacht zu verlagern.

Da der Pendelverkehr enorm zur Auslastung der Autobahnen zu den Hauptverkehrszeiten beiträgt, müssen auch hier Lösungen gefunden werden. So könnte der Pendelverkehr stärker auf Schiene und ÖPNV verlagert werden. Zudem sind längere Regionalzüge und ein technisch reibungsloser Betrieb durch Zug- und Netzbetreiber sicherzustellen.

Zunahme des Bahn- und Lkw-Verkehrs

Für den gesamten Straßenverkehr (Güterverkehr und Pkw-Verkehr) zeigt sich auf allen betrachteten Verkehrsrouten eine Zunahme. Aufgrund der relativ starken Dynamik der Hafenhinterlandverkehre nehmen vor allem die Lkw-Verkehre zu, insbesondere auf der Route zwischen Hamburg und Berlin. Im Schienengüterverkehr ergibt sich auf den Routen Richtung Berlin und Hannover ein stärkeres Wachstum als bei den Schwerverkehren auf der Straße. Richtung Berlin wird der Bahnverkehr bis 2020 um 82,9 Prozent zunehmen.

Weitere Informationen und Nachfragen zur Studie hier.