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22.04.2015

Das drastische Vorgehen der Europäischen Zentralbank trägt zum Abwärtstrend bei den Renditen bei. Trotz dessen blüht die Konjunktur in der Eurozone – während die Zahlen in den USA im ersten Quartal schwach ausfielen.

Falschirmspringer kurz nach dem Sprung aus dem Flugzeug.

Die Bundrenditen fallen und fallen, auch die zehnjährigen Bundesanleihen drohen in den Minusbereich abzutauchen. (Foto: picture alliance / Bildagentur-online)

USA: Enttäuschendes Wirtschaftswachstum im ersten Quartal

Es verdichten sich die Anzeichen, dass das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal in den USA ausgesprochen schwach ausgefallen ist. Industrieproduktion, Einzelhandelsumsätze und die Bauaktivität haben unter anderem enttäuscht. Auch der Beschäftigungszuwachs hat deutlich nachgelassen. Auf der anderen Seite sind die Voraussetzungen für weiteres Wachstum ausgesprochen gut, da der niedrige Ölpreis den Konsum stützt und die Finanzierungsbedingungen weiterhin sehr günstig sind. Schlechte Wetterbedingungen dürften im Übrigen zu der schleppenden Entwicklung zu Jahresanfang beigetragen haben. Bei der US-Notenbank gibt es vor dem Hintergrund dieser Zahlen eine verstärkte Diskussion über den richtigen Zeitpunkt der ersten Leitzinserhöhung und der von einigen Mitgliedern offensichtlich anvisierte Juni-Termin scheint sich zu verschieben. Nach Meinung von Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank, sollten die USA auf einen soliden Wachstumspfad zurückkehren und somit die Voraussetzungen für einen Zinsschritt im September gewährleistet sein. Entsprechend dürften, so de la Rubia, die langfristigen Renditen, die zuletzt durch den Renditeabsturz in der Eurozone auch unter Druck gerieten, wieder leicht ansteigen.

Eurozone: Vehementes Vorgehen der EZB bei Anleihekäufen

Die Stimmungsindikatoren weisen für die Eurozone nach oben, was sich zum Teil schon in den harten Daten zeigt und damit auf eine stärkere konjunkturelle Belebung hindeutet. Die Inflation liegt mit -0,1% im März nur noch leicht im negativen Bereich, was zusammen mit den sich bessernden Konjunkturperspektiven gute Nachrichten für die EZB sind. Dessen ungeachtet kauft die Notenbank neben Covered Bonds und ABS-Titeln seit dem 9. März auch öffentliche Anleihen. Die Veröffentlichung der Zahlen zu diesen Käufen zeigt, mit welcher Vehemenz die EZB dabei vorgeht. Das hinterlässt immer stärkere Spuren bei den Bundesanleihen, deren Renditen sich im freien Fall befinden. Nach Ansicht von Sintje Boie, Analystin der HSH Nordbank, ist es nur eine Frage von Tagen, bis sich alle Laufzeiten einschließlich der 10jährigen Bundesanleihen im negativen Bereich befinden. Damit zeichnet sich ab, dass die Abwärtsbewegung bei den Renditen weiter laufen und die Verweildauer der niedrigen Zinsen länger sein könnte, als bislang unterstellt.